Kaiserswerth: Langes Ringen um Platzgestaltung

Kaiserswerth: Langes Ringen um Platzgestaltung

Mehrere Stunden diskutierten Bezirkspolitiker darüber, wie der Kaiserswerther Markt zukünftig aussehen soll.

Grundsätzlich steht fest, wie die Gestaltung des Kaiserswerther Marktes aussehen soll. So hat sich die Bezirksvertretung 5 dafür entschieden, dass die Fahrbahn und die Gehwege auf einer Höhe liegen, allerdings durch Parkplätze räumlich voneinander getrennt werden. Die Mittelinsel soll erhöht und der gesamte Bereich weiterhin für den Autoverkehr geöffnet bleiben. Ein Abrücken von diesem Konzept, wie es von mehreren Bürgern und dem Heimat- und Bürgerverein weiterhin gewünscht wird, hält Bezirksbürgermeister Stefan Golißa (CDU) für unsinnig. "Das wäre ein Schritt zurück in das Jahr 2015, und wir würden nicht vertrauenswürdig agieren, wenn wir nicht an Beschlüssen festhalten würden. Wir haben es uns nicht leicht mit unserer Entscheidung gemacht, aber können nicht alle Anliegen berücksichtigen."

Zur Detailplanung hatten die Bezirkspolitiker aller Fraktionen allerdings zahlreiche Änderungswünsche, die ausführlich mit der Verwaltung diskutiert wurden. Ein großes Anliegen der CDU ist es etwa, die Zahl von 72 Pollern im Bereich des Kaiserswerther Marktes stark zu reduzieren. Sie möchte beispielsweise, dass die zwei Poller, die aus Sicherheitsgründen vor jeder der 22 Gaslaternen platziert werden sollen, wegfallen. Die Verwaltung erklärte daraufhin, dass dann doch Bordsteine zum Schutz angelegt oder die Gaslaternen ersetzt werden müssten. "Uns ist wichtig, dass die Lampen ihr Aussehen behalten und notfalls umgerüstet werden, wenn dafür die Poller wegfallen", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Benedict Stieber. Unterstützung erhielt dabei die CDU von der FDP. Zwar hatte sich die Partei für den Erhalt der Gaslaternen stark gemacht, würde aber von ihrer Forderung abrücken, um die Zahl der Poller zu reduzieren. Von der CDU gefordert wird auch der Erhalt von einigen Parkplätzen, die aufgrund der Enge der Bürgersteige eigentlich gestrichen werden sollen. Die SPD lehnt das allerdings ab. "Sonst macht die Umgestaltung keinen Sinn, wenn letztendlich alles so bleibt, wie es jetzt ist. Diskutiert wurde zudem, an welcher Stelle auf der Mittelinsel Flächen für Begegnung geschaffen werden, wo Lücken in der Allee entstehen sollen, welche Bereiche für die Gastronomie vorgehalten werden, wo Fahrradständer mehr Sinn machen und welche Form und Größe die Mittelinsel überhaupt erhalten soll. Die CDU möcht etwa, dass die Höhe der Insel soweit wie möglich reduziert wird. "Damit ist der Bereich besser als multifunktionale Fläche bei Festen nutzbar", sagt Ratsherr Andreas-Paul Stieber. Die Verwaltung hat aber Bedenken, denn das würde Autofahrern das verbotene Parken erleichtern. Dann müssten Elemente wie Holme oder Blumenkübel aufgestellt werden, um das Falschparken zu verhindern. Dass es durch die vielen Änderungswünsche zu Zeitverzögerung kommen könnte, wollten die Politiker nicht als Argument gegen die zahlreichen Umplanungen gelten lassen. "Der Aufstellungs- und Finanzierungsbeschluss ist erst im Jahr 2018 geplant. Wir haben also noch reichlich Zeit", sagt Ratsherr Stieber.

Bis dahin soll die Verwaltung einen Ortstermin mit Vertretern der Fachverwaltung, den Fraktionsvorsitzenden und Ratsherren der Bezirksvertretung 5 organisieren, bei dem Musterflächen für den Straßenbelag, Poller und Möbel wie Bänke und Abfalleimer vorgestellt werden. Die CDU fordert zudem, dass das im November bei einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellte Beleuchtungskonzept mit einer Traufenbeleuchtung und der Anstrahlung von bedeutenden oder historischen Gebäuden weiter verfolgt wird, da dadurch der Markt eine Aufwertung erfahren und das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt würde.

(brab)