Kritik an der Beleuchtung der Kaiserswerther Kaiserpfalz

Kaiserpfalz : Kritik an der Beleuchtung der Kaiserpfalz

Lange war es zu dunkel um das Baudenkmal. Die neuen großen Masten und zu helle Strahler stören aber nun das Erscheinungsbild.

Die neue Beleuchtung der Kaiserpfalz stößt auf wenig Gegenliebe. Bürger beschweren sich über die sieben großen Masten mit Scheinwerfern, welche die rheinseitige Fassade des Bauwerks anstrahlen. Sie beurteilen diese als eine Verschandelung des Denkmals, als ein Makel und bezeichnen die Strahler als eine völlig überdimensionierte Monsterbeleuchtung, eine Lichtverschmutzung. Der Verwaltung sind die Beschwerden bekannt. Sie spricht von einem optischen Konflikt zwischen der historischen Kaiserpfalz und der technischen Anstrahlungsanlage bei Tageslicht. „Dieser Punkt ist bei der Planung in der Abwägung nicht als kritisch identifiziert worden. Gemeinsam mit dem Denkmalschutz und unter Einbeziehung des Fördervereins werden aktuell Lösungsansätze untersucht“, teilt die Verwaltung mit.

Der Förderverein Kaiserpfalz, der grundsätzlich froh über die Beleuchtung „eines der wichtigsten Baudenkmäler der Stadt“ ist, wurde erst einbezogen, als die Masten schon standen, es um die Feinabstimmung der Strahler ging. Mit der Denkmalpflege war das Projekt aber besprochen worden, und da diese eine flächige und gleichmäßige Ausleuchtung der Fassade wünscht, kam nur die Mastenlösung in Frage, wobei auch der Schutz der Strahler vor Hochwasser eine Rolle gespielt hat.

So wurde die Kaiserpfalz seit 2002 mit zehn Bodenscheinwerfern illuminiert, von denen zuletzt aber nur zwei funktionierten. Teilweise waren sie Vandalismus zum Opfer gefallen, teilweise waren sie altersbedingt undicht geworden, so dass bei Hochwasser Wasser eindringen konnte. Die Bezirksvertretung 5 war deshalb einstimmig einem Antrag der CDU-Fraktion gefolgt, mit dem die Verwaltung gebeten wurde, kurzfristig die Beleuchtung der Kaiserpfalz wieder instand setzen zu lassen. Das Gremium erhielt zwar die Zusage dafür, aber nicht die Information, dass nun Masten aufgestellt würden. Dass diese dicht am Bauwerk und nicht auf der dem Rhein zugewandten Wegseite aufgestellt wurden, hat Sicherheitsgründe. „Hinter der Absturzsicherung befindet sich eine Mauer und eine steile Böschung. Vor dem Zaun aufgestellt, können die Maste als Kletterhilfe dienen“, sagt die Verwaltung.

Anwohner wollen die Situation aber nicht hinnehmen. „Wir haben extra bei der Beleuchtung unseres Biergartens auf eine angenehme, der Natur angepassten Beleuchtung geachtet, und nun stehen dort die total starken Strahler“, sagen Peter Abels und Jana Husemann vom Restaurant Burghof. Hugo Ebner ist auf dem Fahrrad auf dem Rheinuferweg so von einem Strahler geblendet worden, dass er eine Spaziergängerin übersehen und erfasst hat. „Ich habe mir die Situation dann am Tag angesehen und bin überzeugt, dass es bestimmt andere Beleuchtungsmöglichkeiten gibt“, sagt Ebner. Das sieht Horst Woeckner genauso, der nicht versteht, warum nun die gesamte Fassade flächig ausgestrahlt werden soll. „Die Bodenstrahler haben mit ihrer streifigen Beleuchtung Elemente der Architektur aufgegriffen und hervorgehoben.“ Andreas Siepmann und Hermine Kannengießer wiederum sorgen sich um die Tierwelt an der Kaiserpfalz. „Dort lebt den Sommer über eine Kolonie von Mauerseglern. Durch die Strahler haben die Jungvögel nun gar keine Nachtruhe mehr.“ Auch eine seltene Fledermausart, der kleine Mausohr, sei bedroht.

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