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Grüne kämpfen in Düsseldorfer Kaiserswerth gegen Abriss eines Künstlerhauses.

Quartiersentwicklung in Düsseldorf : Grüne wollen Künstlerhaus erhalten

Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude in Kaiserswerth könnte bald abgerissen werden. Es wurde nach einer Prüfung nicht unter Denkmalschutz gestellt. In ihm hat der Maler Wilhelm Fritzel gelebt und gearbeitet.

Das Haus Nummer 24 in der Sankt-Göres-Straße ist eines von den noch verbliebenen Häusern aus der Gründerzeit in Kaiserswerth. Unter Denkmalschutz steht das mehr als 100 Jahre alte Gebäude aber nicht, wie eine Anfrage der Grünen in der unter anderem für Kaiserswerth zuständigen Bezirksvertretung 5 nun ergeben hat. Deshalb könnte es bald abgerissen werden. Das möchten die Grünen aber verhindern.

2017 wurde der Denkmalwert des Gebäudes eingehend geprüft. „Dabei wurde festgestellt, dass das 1905 für den Maler W. Fritzel entworfene Gebäude in der heute vorhandenen Ausführung deutlich hinter der konzipierten Gestaltung zurückbleibt“, teilt die Verwaltung mit. So wurde beispielsweise ein Atelierraum, der sich bis zum Dachbereich erstrecken sollte, entweder nie realisiert oder später durch Umbauarbeiten zerstört. Aus diesen Gründen wurde das Haus nicht unter Denkmalschutz gestellt.

„Wenn solche Gebäude aber alle abgerissen werden, verliert ein Stadtteil sein Gesicht“, sagt Claudia Gelbke-Mößner, stellvertretendes Mitglied der Grünen im Kulturausschuss. Sie sei nicht prinzipiell gegen Veränderungen, „aber es muss klug und sorgsam abgewogen werden, was verändert werden kann“. Zudem sei das Gebäude durch den Erbauer und ersten Bewohner etwas Besonderes. Wilhelm Fritzel (1870 - 1943) erlangte seinen Bekanntheitsgrad als Maler niederrheinischer Landschaften, wie der zur gleichen Zeit in Witt­laer lebende Max Clarenbach. Er gehörte der Düsseldorfer Malerschule an, war Mitglied des Vereins der Düsseldorfer Künstler und im Verwaltungsrat und Vorstand der Düsseldorfer Kunsthalle tätig.

„Ein wichtiges Zeugnis der künstlerischen Vergangenheit des Düsseldorfer Nordens würde durch einen Abriss dieses Künstlerhauses verloren gehen. Das tut mir in der Seele richtig weh“, sagt Gelbke-Mößner. Ein Abbruchantrag für das Haus wurde bereits im Januar 2019 von der Verwaltung an den Eigentümer zurückgegeben, da Abbrüche nur noch angezeigt werden müssen. Eine solche Anzeige für einen Abbruch wurde der Düsseldorfer  Verwaltung danach noch nicht vorgelegt. Eine Wohnung im Haus ist aber bereits leergezogen und nach Informationen der Grünen wurden auch Kündigungen ausgesprochen.