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Erster Sponsorenlauf für die Hospizgruppe in Düsseldorf Kaiserswerth

Soziales Engagement in Düsseldorf : Sportlich unterwegs für die Hospizarbeit

Erstmals startet in Kaiserswerth ein Sponsorenlauf für die Hospizgruppe. Viele Läufer haben sich schon angemeldet, darunter auch prominente Mitstreiter wie Eishockey-Nationalspieler Leon Niederberger.

Seit 20 Jahren begleitet die Ökumenische Hospizgruppe Kaiserswerth kostenfrei sterbenskranke Menschen und ihre Angehörigen, unabhängig von deren Glauben und Herkunft. „Wenn ein Mensch einen anderen ehrenamtlich beim Sterben begleitet, dann ist das für mich das absolut Emphatischste, was ein Mensch für einen anderen tun kann“, sagt Andreas-Paul Stieber. Für den Ratsherrn ist es deshalb Ehrensache, sich für die Hospizgruppe einzusetzen, und das ist erstmals bei einem Sponsorenlauf am Sonntag, 23. August, möglich.

Die Idee dazu kam von Charlotte Lippe-Weißenfeld, die bei der Hospizgruppe Mitglied ist und die Organisation der Benefizveranstaltung übernommen hat. „Die Resonanz darauf ist sehr gut. Ganze Gruppen haben sich bereits dazu angemeldet, und wir hoffen auf viele Sponsoren“, sagt Lippe-Weißenfeld. Sie möchte mit der Aktion aber auch die Hospizgruppe und deren Arbeit bekannter machen. Dazu wird es am Start- und Zielpunkt des Rundlaufs an der Kaiserpfalz auch einen Informationsstand geben, an dem sich die Mitarbeiter der Hospizgruppe vorstellen werden.

An dem Lauf kann sich jeder beteiligen – spontan oder nach einer vorherigen Anmeldung. Dafür sollen sich die Läufer vorher Sponsoren suchen, die jede gelaufene Runde mit einem Betrag honorieren. Die rund ein Kilometer lange Rundstrecke wird im Wesentlichen durch den Kaiserswerther Grünzug führen. „Es darf gerannt, gejoggt oder einfach auch nur spaziert werden, und kleine Kinder können mit ihrem Laufrädchen teilnehmen“, erklärt Lippe-Weßenfeld. Wer am Ende sofort die Spendensumme überreicht, kann an einer Verlosung teilnehmen, bei der es unter anderem von Fortuna-Spielern signierte Fanartikel zu gewinnen gibt.

Prominente Unterstützer haben sich bereits für die Aktion angemeldet. Eishockey-Nationalspieler Leon Niederberger, der im Düsseldorfer Norden wohnt, will sich dabei von seinem Vater Andreas sponsern lassen. „In den USA ist es üblich und selbstverständlich, dass sich ganze Sportmannschaften gemeinsam ehrenamtlich engagieren. Das vermisse ich in Deutschland und würde mir so ein Engagement hier mehr wünschen“, sagt Niederberger. CDU-OB-Kandidat Stephan Keller will ein Team zusammenstellen und zumindest die Läufer anfeuern. „Den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit zu tragen, ist extrem wichtig. Das Thema Sterben wird leider immer noch tabuisiert“, sagt Keller.

Ratsherr Andreas Auler hat auch persönliche Gründe, sich zu engagieren. „Mein Schwiegervater ist palliativ betreut worden, und ich habe dabei die Wichtigkeit einer Sterbebegleitung miterlebt.“ Während Bezirksbürgermeister Stefan Golißa das ehrgeizige Ziel verfolgt, bis zu 20 Kilometer in zwei Stunden zu schaffen, geht es Auler gelassener an. „Was ich sportlich nicht erreiche, muss ich halt durch die Zahl der Sponsoren und Spender ausgleichen.“

 Dorothée Marquardt, Koordinatorin beim Ökumenischen Hospizdienst, freut sich, dass die Arbeit des Vereins mit so einer lebendigen und fröhlichen Veranstaltung verbunden wird. „Damit können wir auch jüngere Menschen ansprechen. Diese haben selten eine Bezug zur Hospizarbeit, stehen dann aber dem Thema sehr offen gegenüber.“