Kaiserswerth: Einbrecher verletzte Anwohner

Kaiserswerth: Einbrecher verletzte Anwohner

Dem 58-Jährigen droht die Einweisung in eine Psychiatrie-Klinik.

Für eine Einbruchsserie in Geschäfte und Wohnungen droht einem Gewohnheitstäter (58) nun sogar die dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie-Klinik. Seit gestern prüft das Landgericht, ob der vielfach vorbestrafte Einbrecher als Gefahr für die Allgemeinheit gelten und psychiatrisch versorgt werden muss.

Anlass ist eine neue Tatserie, bei der er zwischen Winter 2015 und Herbst 2017 sechs Einbrüche verübt und einen Anwohner (53) aus Kaiserswerth, der ihn auf frischer Tat ertappt hatte, mit Pfefferspray verletzt haben soll. Die Einbrüche ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger bestätigen. Aber zur Pfefferspray-Attacke gegen eines der Einbruchsopfer sei er gedrängt worden - weil jener Anwohner ihn beim Einbruch erwischt, dann angeblich geschlagen habe. Dabei habe der 58-Jährige nur "fliehen wollen", als im Juni 2017 in den Morgenstunden der Bewohner erschienen sei. In anderen Fällen hatte er laut Geständnis eine Gaststätte in Rath, Räume einer Schönheitsfirma an der Rückertstraße, ein Büdchen in Gerresheim oder das Büro einer Kirchengemeinde in Flingern aufgebrochen. Stets ging es ihm laut Anklage darum, Geld zu erbeuten oder Nahrung. Wegen ähnlicher Taten, die er früher zur Finanzierung seiner Drogensucht begangen hat, ist der Angeklagte seit Jahrzehnten immer wieder verurteilt worden, war Ende der 1980er Jahre wegen seiner Drogensucht sogar für zehn Jahre in einer Entzugsklinik untergebracht - und wurde wegen schwerer Persönlichkeitsstörung sowie paranoider Krankheitsschübe permanent psychisch auffällig.

Ein Gutachter soll erläutern, ob von dem 58-Jährigen weitere, erhebliche Straftaten zu befürchten sind, die eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie notwendig machen. Der Prozess wird fortgesetzt.

(wuk)