Düsseldorf: Weiterhin kein Vollsortimenter für Kaiserswerth

Nahversorgung Düsseldorf Kaiserswerth : Langes Warten auf den Supermarkt

Die Kaiserswerther müssen weiterhin auf den geplanten neuen Vollsortimenter verzichten. Dieser ist bereits seit sieben Jahren in der Planung.

Bezirkspolitiker Jürgen Gocht (Grüne) bringe so schnell nichts aus der Ruhe, sagt er. Aber dass die Pläne für einen Supermarkt in Kaiserswerth immer noch nicht umgesetzt werden, lässt den Politiker erzürnt und ratlos zurück. „Wie kann so etwas mehr als sieben Jahre dauern, wo es sich doch um ein städtisches Grundstück handelt? Was soll ich denn den Bürgern sagen, die mich nach dem Supermarkt fragen?“, sagt Gocht.

Im Juni 2012 wurde bereits in der Bezirksvertretung der Bauantrag für einen Vollsortimenter eingereicht. Seitdem hat sich nichts auf dem Dreiecksparkplatz an der Niederrheinstraße, der 300 Meter vom Ortskern entfernt liegt, getan, obwohl Mitglieder der unterschiedlichen Parteien in der Bezirksvertretung immer wieder eine Umsetzung angemahnt hatten. Geplant ist, den vorhandenen Parkplatz zu erhalten und darüber aufgeständert einen großen Supermarkt mit weiteren Parkplätzen zu errichten. Die Anlieferung des Marktes soll von der Niederrheinstraße aus auf Straßenniveau erfolgen.

In einem Gutachten der Stadt, welches bereits vor neun Jahren in der Bezirksvertretung vorgestellt wurde, wird darauf hingewiesen, dass die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Lebensmittelmärkte in Kaiserswerth nicht ausreicht – und damals gab es nicht nur den jetzt noch vorhandenen kleinen Supermarkt, sondern noch einen zweiten Lebensmittelladen am Kaiserswerther Markt. „Die Vorgaben des städtischen Einzelhandelskonzeptes hinsichtlich der wohnungsnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs werden nicht eingehalten, insbesondere ist die fuß- und radläufige Versorgung defizitär“, sagt Gocht in einer Anfrage an die Stadt.

Diese verweist darauf, dass der Investor noch kein Konzept vorgelegt hätte, in dem alle wichtigen Details wie Entwässerung, Baumerhalt, Zufahrten und die Nähe zum Bahndamm in der erforderlichen „Tiefenschärfe“ gelöst sind, eingereicht hätte. Die Verwaltung selbst würde zurzeit an einer Vorlage arbeiten, die über den aktuellen Planungsstand informiert.

Mehr von RP ONLINE