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Die Kaiserswerther Diakonie plant Wohnungsbau in Düsseldorf.

Wohnungsbau in Düsseldorf : Kaiserswerther Diakonie plant Wohnungsbau

Ein Teilgrundstück soll zudem verkauft werden, um Angebote des größten Sozialunternehmens in Düsseldorf zu finanzieren.

Nachdem bereits für das Gelände des ehemaligen Marienkrankenhauses im historischen Zentrum von Kaiserswerth ein Wettbewerb für eine Nachnutzung ausgelobt wurde, soll nun ein weiteres Areal in Kaiserswerth mit Hilfe eines Wettbewerbes entwickelt werden. Diesem Verfahren hat jetzt die Bezirksvertretung 5 zugestimmt. Dabei handelt es sich um das unmittelbar östlich an den Diakoniepark grenzende Grundstück „Am Himgesberg“ südlich des Zeppenheimer Weges, welches der Kaiserswerther Diakonie gehört.

Die Diakonie möchte einen Teil des Geländes weiter für sich nutzen. „Hier sollen Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen ein neues Zuhause finden, sei es in Wohngruppen, sei es in Einzelwohnungen. Ferner möchten wir Mitarbeitenden der Kaiserswerther Diakonie und ihren Familien preisgünstigen Wohnraum anbieten können“, sagt Pfarrer Klaus Riesenbeck, Vorstand der Kaiserswerther Diakonie. Finanzieren möchte die Diakonie dies durch den Verkauf einer Teilfläche, auf der frei finanzierter Wohnraum entstehen soll. „Es soll ein innovatives und integratives Wohnquartier entstehen, das den differenzierten Ansprüchen seiner Bewohner und Besucher entspricht“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Dabei findet das Handlungskonzept Wohnen der Stadt, das insgesamt 40 Prozent preisgedämpfte und öffentlich geförderte Wohnungen vorsieht, Anwendung. „Ein Teil der Erlöse soll auch dazu dienen, Investitionen im Krankenhaus oder die soziale Arbeit der Kaiserswerther Diakonie zu finanzieren“, sagt Riesenbeck.

Fünf Teams, bestehend aus Stadtplanern und Freiraumplanern, sollen an dem Wettbewerb teilnehmen. Dabei müssen zahlreiche Vorgaben beachtet werden. So liegt das Areal zum Beispiel in einer Wasserschutzzone. Der Baumbestand entlang des Sees und ein kleines Wäldchen sollen erhalten bleiben.„Für die Teilfläche Landschaft gilt es, den Naturraum zugänglich und erlebbar zu machen, ohne ihn stark zu beeinträchtigen. Dazu zählt die Auslichtung der Böschung und die Herstellung von Aufenthaltsgelegenheiten“, heißt es in der Auslobung. Das Apartmenthaus auf dem Zeppenheimer Weg 27 bleibt bestehen und wird in die Neubebauung integriert werden. Die beiden Gebäude am Zeppenheimer Weg 39 und 41 könnten hingegen abgerissen werden.

Die Haupterschließung des Gebietes ist über den Zeppenheimer Weg geplant. Zusätzlich soll ein Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer aus neuen und bestehenden Wegen geschaffen werden. Der Fußweg im Westen des Wettbewerbsgebietes beispielsweise wird zur Verbindung mit dem bestehenden Diakoniepark erhalten bleiben. Geprüft werden soll auch, wie ein Fuß- und Radweg über den Weg „Nach den Hingbenden“ angeschlossen werden kann.

Neben den Flächen der Kaiserswerther Diakonie wird auch eine östlich angrenzende Fläche eines weiteren privaten Eigentümers in den Wettbewerb mit einbezogen, um eine städtebaulich aufeinander abgestimmte Entwicklung vorzubereiten. Vorgesehen ist, die Öffentlichkeit in die Planungen mit einzubinden. Dazu fand am 13. November bereits ein durch die Diakonie organisierter Austausch mit der näheren Nachbarschaft statt, dessen Ergebnisse in die Auslobung eingeflossen sind.

Die Bezirksvertretung 5 begrüßt das geplante Wettbewerbsverfahren. Der CDU ist das Plangebiet allerdings zu groß und damit ein zu großer Eingriff in landschaftlich wertvolle Gebiete. Sie hält nur eine Bebauung entlang des Zeppenheimer Weges für sinnvoll. Das würde einer Arrondierung der bestehenden Bebauung entsprechen. Bevor weitere Flächen bebaut werden, solle die Diakonie bereits bebaute Gebiete verdichten und bestehende Gebäude entwickeln“, sagt Florian Hartmann. Das wird aber laut Verwaltung von der Diakonie abgelehnt, da sie den zur refinanzierenden öffentlichen Wohnungsbau nicht mit eigenen Einrichtungen vermengen will.

Kritik von CDU und den Grünen gab es auch zum Verkehr. „Die Planung des Baugebietes muss durch ein Mobilitätskonzept begleitet werden“, sagt Waldemar Fröhlich (Grüne). Er schlägt vor, Parkplätze nicht im neuen Plangebiet, sondern auf bereits versiegelten Flächen auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie, beispielsweise als Parkdecks, einzurichten. Das wäre ökologisch verträglicher und könnte zudem den Parkdruck, der rund um die Kaiserswerther Diakonie herrscht, mildern.