1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Kaiserswerth

Der Evangelische Friedhof in Kaiserswerth hat ein Gemeinschaftsgrab für Erdbestattungen.

Beerdigungen in Düsseldorf : Neue Wege der Bestattungskultur

Der Evangelische Friedhof in Kaiserswerth hat ein Gemeinschaftsgrab für Erdbestattungen geschaffen. Die Pflege der Anlage übernimmt die Gemeinde. Der Trend geht immer mehr zu pflegeleichten Gräbern. Das klassische Wahlgrab mit einer kostenintensiven Pflege ist immer weniger gefragt.

Ein bislang in der Düsseldorfer Friedhofslandschaft einmaliges Gemeinschaftsgrabfeld hat die Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth jetzt in Betrieb genommen. Es handelt sich dabei um eine Rasenfläche, auf der vom Düsseldorfer Steinmetzmeister Nicolaus Sadlo gefertigte Steinstelen angeordnet wurden. Jede Stele wird mit dem Namen der beigesetzten Person beschriftet. Das Grabfeld ist für Erdbestattungen vorgesehen und bietet Platz für 36 Beisetzungen.

Mit dem neuen Angebot soll dem Wandel in der Bestattungskultur entsprochen werden. Der Trend geht immer mehr zu pflegeleichten Gräbern. Das klassische Wahlgrab mit einer kostenintensiven Pflege ist immer weniger gefragt, denn viele Angehörige haben nicht die Möglichkeit und Zeit, ein Grab in Ordnung zu halten. Das neue Gemeinschaftsgrabfeld mit Stelengarten stellt sicher, dass die letzte Ruhestätte würdevoll und gepflegt ist.

„Friedhöfe sind nicht nur Ruhestätten Verstorbener, sie sind insbesondere für die Lebenden ein Ort der Trauer, der Erinnerung und Begegnung, sind Natur in umbauter Umgebung und müssen sich als Wirtschaftsraum in einer veränderten Begräbniskultur bewähren“, sagt Friedhofskirchmeister Rolf Lichtner. Die Grabnutzung umfasst 20 Jahre. Die Kosten betragen 4300 Euro, darin enthalten sind die Aufwendungen für die Grabpflege für den gesamten Nutzungszeitraum.

Bereits 2013 hat die Kirchengemeinde einen Teil des 11.000 Quadratmeter großen Friedhofes am Leuchtenberger Kirchweg in ein pflegefreies Gemeinschaftsurnenfeld umgewandelt. Das Beet, in das die Urnen beigesetzt werden, ist um eine Stele angeordnet, in die die Namen der Verstorbenen und die Jahreszahlen eingraviert werden. Eine anonyme Beisetzung, wie auf den städtischen Friedhöfen, ist aus theologischer Sicht auf kirchlichen Friedhöfen nicht möglich. Schnell waren die 32 Plätze belegt, sodass die Gemeinde nach drei Jahren ein zweites pflegefreies Urnenfeld und nun das Grabfeld für Särge geschaffen hat.

(brab)