Düsseldorf: Deichsanierung macht Radwege möglich

Düsseldorf : Deichsanierung macht Radwege möglich

Im Stadtbezirk 5 werden in den nächsten Jahren zahlreiche Deichabschnitte saniert. Dabei können auch neue Wege für Radfahrer und Fußgänger gebaut werden. Problematisch wird es, wenn Bäume auf den Deichen stehen.

Der Rheinuferweg zwischen Leinpfad und Krienengarten in Wittlaer soll so weit ausgebaut werden, dass er künftig neben Fußgängern auch von Radfahrern genutzt werden kann. Entsprechende Pläne wurden jetzt in der Bezirksvertretung 5 vorgestellt. Bisher ist auf dem 1,5 Meter breiten Gehweg das Radfahren verboten. Doch viele Radfahrer ignorieren dieses Verbot auf dieser attraktiven Route, zumal sich im Süden gut ausgebaute Radwege anschließen.

Der Umbau der 1,8 Kilometer langen Strecke erfolgt im Rahmen der Deichsanierung "Mündelheimer Rheinbogen". Dann wird der Weg auch bis auf das Duisburger Stadtgebiet verlängert und auf 2,50 Metern verbreitert. Er wird dann für den Fuß- und Radverkehr freigegeben. Für Spaziergänger ist zudem ein weiterer Zugang auf den Deich in Höhe der Straße "Am Damm" eingeplant. Insgesamt wird der Wegeausbau rund 600 000 Euro kosten.

Da es für Radwege entlang Bundeswasserstraßen Fördermittel gibt, wird sich das Land mit 70 Prozent an den Kosten beteiligen. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2014 erfolgen. Zuvor muss aber auch noch Ende Januar der Ordnungs- und Verkehrsausschuss seine Zustimmung erteilen.

Die Deichsanierung selbst wird gemeinsam mit der Stadt Duisburg durchgeführt. Hier ist der Bau einer Hochwasserschutzwand zur Wasserseite hin geplant. Vor zwei Jahren wurde bereits gerodet und nach alten Bomben gesucht. Im Moment wird ein Verkehrsknotenpunkt auf Duisburger Stadtgebiet an der B288 gebaut, um von dort aus eine Baustellenzufahrt einzurichten.

Der Hochwasserschutz wird in Düsseldorf ständig überwacht und verbessert. Viele Deiche sind teilweise mehr als 100 Jahre alt. Dennoch sind im Stadtbezirk 5 zurzeit keine akut gefährdeten Deiche vorhanden. Längerfristig sind dort aber mehrere Sanierungen, beispielsweise der Abschnitt entlang der Kaiserswerther Pfalz, geplant.

Hier soll durch ein besonderes Verfahren die alte Lindenallee auf der Deichkrone erhalten bleiben, obwohl die Baumwurzeln eigentlich den Bau schädigen. Denn die Allee erfreut nicht nur viele Spaziergänger, sondern wird zudem von der Unteren Landschaftsbehörde als Naturdenkmal eingestuft.

Beim Deich in Lohausen war man allerdings bisher davon ausgegangen, dass bei der geplanten Sanierung die Baumallee auf der Deichkrone ersatzlos entfallen muss, da auch dort die Bäume die Standfestigkeit des Bauwerks vermindern. Inzwischen wird aber eine neue Gestaltung des Rheinvorlandes angeregt.

Dabei soll der Bereich zwischen Rhein und Deich abgesenkt und das gewonnene Bodenmaterial zur Verbreiterung des Walls verwendet werden. Dieser würde dadurch so breit werden, dass dort eine neue Baumreihe gepflanzt werden könnte. Eine Machbarkeitsstudie soll nun zeigen, ob dieses Verfahren in Lohausen möglich ist.

(RP)
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