Kaiserswerth : Ärger um weiteren Wochenmarkt

In Kaiserswerth soll nun auch der Dienstag im Klemensviertel Markttag werden. Das löst aber bei einigen Bürgern Ärger aus. Sie wollten einen Wochenmarkt am Ende des alten Kaiserswerther Marktes etablieren.

Seit Jahren sind die Gestaltung des Kaiserswerther Marktes und die Belebung des historischen Stadtkerns Dauerthema im Stadtteil. Deshalb war die Freude bei Politikern, Anliegern, dem Heimat- und Bürgerverein und der Initiative "Kaiserswerther Markt" groß, als die Stadtverwaltung im November erklärte, dass man in der Stichstraße zum Rhein hin die Voraussetzungen für einen weiteren Wochenmarkt schaffen könnte. In der Sitzung der Bezirksvertretung 5 am nächsten Dienstag sollte deshalb die Einrichtung eines Marktes an dieser Stelle beantragt werden. Inzwischen wurde aber bekannt, dass ab dem 4. Februar der beliebte Freitagsmarkt im Klemensviertel auch jeden Dienstag durchgeführt werden soll.

"Damit sind alle Bemühungen, im historischen Zentrum eine Markt einzurichten, für die Katz", sagt Christine Rathke, Mitglied in der Initiative. Diese hat inzwischen einen Brief an den Bezirksvorsteher Ulrich Decker und alle Mitglieder der Bezirksvertretung geschrieben. Darin werden die Politiker aufgefordert, sich für einen Markt im historischen Zentrum einzusetzen und "die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, die zum Stattfinden des Marktes notwendig sind". Außerdem sollen die Politiker alle Aktivitäten unterbinden, die zur Einrichtung eines zweiten Markttages im Klemensviertel führen, bis die Situation am Kaiserswerther Markt geklärt ist.

  • Jean-Claude Bourgueil steht seit vielen Jahrzehnten
    Ein kochender Philosoph : Beim Aufstehen denkt er ans Kochen
  • Diese Fläche vor dem Theodor-Fliedner-Gymnasium soll
    Stadtteilentwicklung in Düsseldorf : Campus wird mit Bürgern geplant
  • Kunst in Düsseldorf : Der Nachlass einer Kaiserswerther Künstlerin
  • Der jüngste Raubüberfall geschah in der
    Raubdelikte in Mönchengladbach : Werden die Taten brutaler und rücksichtsloser?
  • Pegel sind deutlich gestiegen : Unser Rhein ist endlich wieder ein Strom
  • 13.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Transportschiff fährt
    Marode Wahrzeichen : Wie Düsseldorf um seine Rheinbrücken bangt

"Ich gehe davon aus, dass dies aber rechtlich nicht möglich ist, denn der Markt im Klemensviertel ist privat organisiert", erklärt Decker, der über den zweiten Tag nicht informiert wurde. Nach Rücksprache mit dem Leiter des Amtes für Verbraucherschutz bezweifelt er, dass unter den neuen Voraussetzungen die Einrichtung eines weiteren Standortes noch Sinn macht. Zumal der Markthändler Klaus Ludwig, der den privaten Wochenmarkt im Klemensviertel organisiert, auch später nicht den Standort wechseln möchte.

Ludwig, der auf 42 Jahre Markterfahrung zurückblick, hat sich schon seit über zwei Jahren um einen zweiten Markttag bemüht, da Kunden immer wieder diesen Wunsch geäußert hatten. Dabei hatte er sich auch den Standort im historischen Teil von Kaiserswerth angeschaut. "Ich halte diesen aber für ungeeignet. Der Platz ist zu beengt, so dass das Angebot nicht für einen attraktiven Markt ausreichen wird, es sind keine Parkplätze vorhanden, aber die Kunden wollen keine schweren Taschen weit schleppen, und das Pflaster ist ungeeignet." Außerdem konnten die Händler aus dem Klemensviertel auch nicht sicher sein, hier den Zuschlag für einen Standplatz zu erhalten.

"Weder einer meiner Händler noch ich sind angesprochen worden", sagt Ludwig, der im Wechsel mit seinem Neffen René einen großen Käsestand in Kaiserswerth betreibt. Im Klemensviertel wurde der zweite Markttag nun möglich, weil die Markthändler eine neue Standordnung ausgetüftelt haben, die zu weniger Beeinträchtigungen für die anliegenden Geschäfte führt.

Denn deren Inhaber müssen eine Erlaubnis erteilen. "Am Dienstag werden künftig fast alle Händler, die auch am Freitag vor Ort sind, ihre Ware anbieten", sagt Ludwig. Insgesamt sind zwölf Händler vertreten. Am Kaiserswerther Markt wäre Platz für fünf und im Sommer für sieben Stände gewesen. Diese Anzahl sieht Klaus Meyer, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz, als ausreichend an, um einen gut besuchten Markt etablieren zu können — wenn es keine Konkurrenz gibt.

(RP)