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Stadtmitte: Junge Kunst reagiert auf Schau-Raum

Stadtmitte : Junge Kunst reagiert auf Schau-Raum

Zwei Studierende der Kunstakademie bekamen die Gelegenheit, einen Galerie-Raum frei mit ihren Werken zu gestalten. Matthias Grotevent und Katharina Maderthaner zeigen nun, wie sie sich der Aufgabe angenommen haben.

Am Anfang stand ein absurder Gedanke: Matthias Grotevent und Katharina Maderthaner waren eingeladen, den Raum der Sittart Galerie auszustatten. Diese Gelegenheit wollten die beiden Kunststudenten nutzen, um einen ganz neuen Zugang zu den vier Wänden der Galerie an der Sittarder Straße zu finden.

"Wir stellten uns vor, den Raum mit einer Leiter von außen durch das Fenster zu betreten", sagt Grotevent. Er wollte nicht einfach bereits vorhandene Kunstwerke ausstellen, sondern etwas ganz Neues schaffen. Daher suchte er nach neuen Blickwinkeln. Der Einstieg über die Leiter hat nicht ganz geklappt, aber die nun fertige Installation enthält dennoch einen Teil dieser Idee der beiden Künstler.

Denn zurück in seinem Atelier blickte Grotevent auf sein Regal, dessen Stützen einer Leiter ähneln. Aus hellem Holz und dunklem Metall baute er dann eine Tisch-Konstruktion, die er im Sittart-Raum aufstellte und millimetergenau zum Fenster ausrichtete. Auf die beiden Flächen platzierte er je eine geformte und gebrannte Keramik-Figur, deren Formen an den Kopfschmuck der Nofretete erinnern. Wie dieses Gesamtkonstrukt im Raum wirkte, fand Grotevent schon nicht schlecht. Er hatte aber das Gefühl, das Tisch-Werk brauche ein verbindendes Element. Dieses fand er in einem ganz normalen Baumarkt: Ein paar Quadratmeter lindgrüner Teppichboden reichten aus, um die Einzelteile des fragilen Kunstwerks zu einer großen Einheit im Raum zu verbinden.

Brigitte Dümling ist von Grotevents Installation beeindruckt. Sie ist Vorsitzende vom "Verein der Düsseldorfer Künstler", zu dem die Sittart Galerie gehört. "Matthias Grotevent ist es ausgezeichnet gelungen, den Raum und seine Idee miteinander zu verbinden und sich den Platz zueigen zu machen", sagt sie. Beim Rundgang der Kunstakademie waren sie und ihre Vereinskollegen auf Grotevent aufmerksam geworden. "Als ältester Künstlerverein Düsseldorfs suchen wir immer nach Talenten und bieten jungen Künstlern gerne ein Forum." Dass der 33-jährige Grotevent aus der Klasse von Professor Richard Deacon von Anfang an völlige Freiheit für seine Werke in der Sittart Galerie haben sollte, war dem Verein besonders wichtig. "Das Ergebnis soll schließlich das eigene Ding der Studierenden sein."

Anders als Matthias Grotevent beschäftigte sich Katharina Maderthaner mit der Sittart Galerie. "Ich zeige ein Wandobjekt, das viel autonomer im Raum steht", sagt sie. Ihre Arbeit "Interkontinental" ist eine künstlerische Nachbildung einer Dekoration, wie sie oft in Hallen preisgünstiger Hotels zu sehen ist. "Diese billigen Dekors am Rande des guten Geschmacks gaukeln uns Pflanzen-Rabatte vor, bestehen aber tatsächlich aus künstlichen Blumen und aus mit Folie beklebtem Holz", sagt Maderthaner. Ihr autonomes Wandobjekt sei einerseits ein Gegensatz zur Installation Grotevents. Auf den zweiten Blick hingegen zeigen beide Arbeiten, welche Absurditäten den Menschen im Alltag begegneten.

Die Ausstellung "Float like a Butterfly, sting like a Bee" mit Werken von Matthias Grotevent und Katharina Maderthaner ist noch bis zum 13. Oktober in der Sittart Galerie an der Sittarder Straße 5 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind sonntags, 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung mit Matthias Grotevent unter Telefon 0177 8703957.

(lod)