Itter : Vier neuralgische Punkte in Itter

Die Bezirksvertretung 9 hat in ihrer Sitzung gestern Nachmittag per Resolution den OB und seine Verwaltung aufgefordert, die betroffenen ehrenamtlichen Zugorganisatoren zu unterstützen.

Bereits am späten Donnerstagabend hatten in Itter die Drähte begonnen zu glühen. "Ab 23 Uhr wurde der RP-Artikel über die hohen Auflagen für mehrere Veedelszüge, darunter ja unserer in Itter, von Handy zu Handy weitergeschickt", berichtet Uwe Linß, Zugleiter für Itter. Der hatte mit Vertretern von vier weiteren Karnevalsvereinen am Donnerstagmittag erfahren, dass sie an Straßenkreuzungen entlang der Zugwege schwere Hindernisse zum Schutz gegen mögliche Terroranschläge durch Lkw postieren müssen. Ein Itteraner habe ihn schon nach der Höhe der Mehrkosten gefragt, berichtet Linß, doch die Summe kennt er noch nicht.

Bekannt ist ihm nach einer Begehung mit Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei und der Feuerwehr gestern Morgen, was die Behörden einfordern, damit der Zug in Itter am Karnevalssamstag laufen kann. "Wir müssen an vier Stellen Hindernisse aufstellen", sagt Linß. Am Donnerstag waren noch fünf im Gespräch gewesen. Eine der vier verbliebenen, schutzwürdigen Kreuzung kann nun mit einfacheren Bordmitteln abgesperrt werden: Mit einem Traktor mit beladenem Anhänger. Für die anderen drei neuralgischen Punkte müssen auch die Itteraner, die ihren Zug ja nicht durch einen Karnevalsverein, sondern durch nachbarschaftliches Engagement organisieren, Lastwagen oder Bauschuttcontainer besorgen.

Was Linß nach dem Gespräch ärgert, ist das mangelnde Entgegenkommen der Ordnungsbehörden. Vor allem bei der Finanzierung der Maßnahmen. So müssen die als Sperren fungierenden 7,5-Tonner oder die Bauschuttcontainer zusätzlich für diesen Einsatz versichert werden. Einziges Zugeständnis: "Wenn wir alle Auflagen erfüllen, will sich die Stadt um alles Weitere kümmern, wie beispielsweise die Absprache mit der Rheinbahn." Ob die Itteraner, deren Zug zum 25. Mal durch den Stadtteil laufen soll, tatsächlich alle Auflagen umsetzen können, wird sich im Lauf der Woche zeigen. Am Dienstag haben am Morgen die Reisholzer Quatschköppe ihr Gespräch mit den Behörden.

Rückendeckung bekommen die Karnevalisten aus der Stadtteilpolitik. Die gestern tagende Bezirksvertretung 9 - in deren Beritt sind ja zwei Züge betroffen - hat einstimmig eine Resolution verabschiedet. In dieser werden der Oberbürgermeister und seine Verwaltung gebeten, dafür zu sorgen, dass wegen der Auflagen zum einen kein Zug ausfallen muss und zum anderen die Kosten dafür nicht an den Ehrenamtlern hängen bleibt.

(RP)