Itter : Stadt will Fehlplanung beseitigen

Durch den Wechsel des Bauinvestors wurde in der Neubausiedlung Auf'm Wettsche die letzte Häuserreihe anders gebaut als geplant. Deswegen endet der Stichweg mitten auf der Fahrbahn. Die Stadt sagt Verbesserungen zu.

Wer sich die Situation vor Ort anschaut, mag nicht glauben, dass das so gehört. Gleich hinter der Abfahrt "Itter-Nord" von der Münchener Straße in das Neubaugebiet Auf'm Wettsche enden rechts zwei Stichwege direkt auf der Fahrbahn der Straße Im Besental - ein Pfad, den vor allem Spaziergänger mit ihren Hunden gerne nutzen, sowie ein Gehweg, an dem ein Riegel Einfamilienhäuser gebaut ist.

Weil sich die Anwohner der Häuser am Pastor-Dörr-Ring mit den Hausnummern von 55 bis 71 Sorgen über die Gesundheit ihrer Kinder machen, haben sie Ende April die Stadt gebeten, tätig zu werden. Doch eine Antwort hat Sebastian Brück, der im Auftrag der neun Familien geschrieben hat, (noch) nicht bekommen. "Ich habe gehört, dass das an dieser Stelle eigentlich ganz anders geplant war", berichtet der Familienvater.

Das bestätigt nun auch Holger Odenthal, kommissarischer stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, auf Anfrage unserer Zeitung: "Es gab einen Wechsel beim Bauinvestor. Der neue hat dann einfach bis zur Straßenkante die Häuser gebaut." Die alten Planungen hätten das so nie vorgesehen, so Odenthal. Eigentlich sollten die Einfamilien-Reihenhäuser über die bereits vorhandene verkehrsberuhigte Straße Pastor-Dörr-Ring an die Straße Im Besental erschlossen werden. Der Gehweg hätte demnach nie einen offenen Zugang zur Straße bekommen sollen.

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Noch gestern haben die Experten beim Amt für Verkehrsmanagement zusammengesessen und beraten, wie man Abhilfe schaffen kann: "Wir werden den Anwohnern anbieten, mit uns und der zuständigen Bezirksvertretung einen Ortstermin zu machen", schlägt Odenthal vor. Ein entsprechender Brief an Sebastian Brück soll Anfang der Woche rausgehen. Mehrere Ideen liefert die Stadt direkt mit: "Das Tempo-30-Schild können wir nach vorne ziehen wie auch das Tempo-30-Piktogramm." Das ist derzeit nämlich erst hinter den beiden Stichwegen auf die Fahrbahn gemalt. Auf der Münchener Straße sind vor der Abfahrt Itter-Nord 80 Stundenkilometer erlaubt.

Seit ihre vierköpfige Familie von Himmelgeist nach Itter gezogen sind, hat Mandy Röher bereits von zwei Situationen Kenntnis erhalten, wo beinahe 'was passiert wäre: "Einmal ist ein Auto nur knapp vor einem Kind auf dem Fahrrad zum Stehen gekommen", erzählt sie und berichtet, dass viele Fahrer mit mehr als den erlaubten 30 Stundenkilometern am Anfang der Siedlung unterwegs seien. Familie Röher wohnt seit September 2013 in einem der Häuser an dem kleinen Stichweg. Zweieinhalb ist der älteste der beiden Kinder und bereits auf seinem Laufrad unterwegs.

Nicht nur die Kinder in den Häusern am Pastor-Dörr-Ring sieht sie gefährdet, auch den zahlreichen Nachwuchs aus dem Neubau gegenüber. Alleine in dem Mehrfamilienhaus an der Ecke, das seit Februar bezogen ist, leben in den 16 Wohnungen viele Familien mit Kindern. Das sieht man alleine schon dran, dass lauter kleine Drahtesel vor der Türe stehen. "Ich hatte gedacht, dass mit der Fertigstellung der neuen Häuser die Stadt noch einmal was zur Verkehrsberuhigung macht", sagt Röher und hatte deswegen bereits im März eine Mail an die Stadt geschrieben. Ihren Ideen (Schwellen oder einen Zebrastreifen) erteilte man jedoch eine Absage.

Beim Amt für Verkehrsmanagement tüftelt man jetzt an einer Lösung des Gehweg-Problems. Zwei Varianten hat man dafür im Auge: "Wir werden mit dem Besitzer des letzten Hauses Kontakt aufnehmen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, dass dieser uns ein kleines Stück seines Grundstücks entlang der Straße Im Besental verkauft, auf dem wir dann den Gehweg an den Pastor-Dörr-Ring anbinden können", sagt Odenthal. Klappt das nicht, würde der Gehweg in die straßenabgelegene Richtung geführt werden. In beiden Fällen könnte der jetzige Zugang zugemacht werden.

Briefschreiber Sebastian Brück freut sich, dass die Stadt nun nach der RP-Anfrage aktiv werden will: "Das freut mich."

(RP)