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Gerresheim: Investoren wollen mehr bauen

Gerresheim : Investoren wollen mehr bauen

Gebiet Quellenbusch beschäftigt Anwohner und Unternehmer. Auch die Zukunft der Heyestraße ist ein Thema.

Fehlender Einzelhandel, unruhiger Verkehr und die ungewisse Zukunft einiger Bauprojekte - am politischen Stammtisch der SPD im Clubhaus des Tus Gerresheim hatten die insgesamt 25 Bürger viel zu besprechen. Schwerpunkt war vor allem die Zukunft der Heyestraße im Süden des Stadtteils. Auch das Neubaugebiet "Am "Quellenbusch" und die baulichen Veränderungen auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte wurden diskutiert.

Insbesondere in den letzten Jahren ist die Heyestraße für die Anwohner zu einem wichtigen Anliegen geworden. "Es gibt dort große strukturelle Probleme", sagt Karl Heinz Krems, stellvertretender Vorsitzender der SPD im Stadtbezirk. "Angesichts der großen Bauprojekte der nächsten Jahre, die mehr als 4 000 neue Einwohner in den Stadtteil bringen, müssen wir frühzeitige Vorkehrungen treffen, um im Süden einen attraktiven Einkaufsstandort zu schaffen." Im Vergleich zur Benderstraße, wo es eine Vielzahl von Geschäften gibt, mussten viele Läden auf der Heyestraße in den letzten Jahren schließen.

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Fraktionsvertreter Carsten Kunert legte dazu ein Einzelhandelsgutachten der Industrie- und Handelskammer vor und kommentierte die darin enthaltenen Statistiken: "Zwei Drittel der Betriebe dienen den rund 12 200 Einwohnern zur Nahversorgung. Der Umsatz der Geschäfte auf der Benderstraße ist jedoch bis zu viermal höher, als in den wenigen Läden der Heyestraße. Diese geringe Kaufkraft entstand durch die hohe Arbeitslosigkeit des ehemaligen Arbeiterviertels und wurde durch die Schließung der Glashütte noch weiter geschwächt." Nachdenkliche Blicke im Saal nach diesem Vortrag - die Bürger fühlen sich in ihrer Einschätzung bestätigt: Es besteht Handlungsbedarf.

Als besonders störend empfinden die Anwohner das monotone Erscheinungsbild der Heyestraße: "Zu viele Pizzerien und Friseure, dafür nicht einmal ein Schuhgeschäft oder ein Metzger". Zwar sei der tägliche Bedarf gedeckt, jedoch leide die Attraktivität der Straße erheblich unter den vielen Leerständen. Auch bei der Regelung des Verkehrs gibt es aus Sicht der Gerresheimer noch viel Luft nach oben. Trotz eines Tempo-50-Limits sei der Verkehr stellenweise immer noch sehr gefährlich für Senioren oder Menschen mit Behinderungen. Auch für die Rollstuhlfahrer sei keine Barrierefreiheit gewährleistet. Für dieses Problem soll es jedoch bald zumindest eine Teillösung geben: "Im Rahmen der Bauarbeiten auf dem Glashüttengelände wird der Verkehr über die Torfbruchstraße abgeleitet und somit beruhigt", sagt Kunert.

Beim Thema "Quellenbusch" melden sich die Unternehmer zu Wort. Das Neubaugebiet soll nach Fertigstellung rund 2 000 neue Einwohner beherbergen. Bei der Planung der neuen Wohneinheiten stoßen viele potenzielle Investoren bei der Stadt jedoch nach eigenen Angaben auf taube Ohren. Peter Schüßler ist Geschäftsführer von Qbus. Der Verein hat sich auf "Wohnen mit Kindern" spezialisiert und plant dort einen Komplex für rund 25 Familien. Der letzte Bauabschnitt soll bald fertiggestellt werden. "Von unseren Partnern gibt es jedoch Anfragen an die Stadt für die Planung weiterer Gebäude vor Ort", so der Vorsitzende. "Sämtliche Nachfragen blieben jedoch unbeantwortet. Ich verstehe nicht, warum darauf nicht reagiert wird. Schließlich haben wir akuten Wohnungsmangel in Düsseldorf."

Bürger und Unternehmer sind sich einig: Die Stadt bemühe sich aktuell nicht ausreichend um Transparenz. Man wisse nicht, was vor der eigenen Haustür geschehe, beispielsweise, wann das Glashüttengelände in welchem Maße überplant und neu bebaut werde. Karl-Heinz Krems versprach, sämtliche Anliegen in die kommunalpolitischen Debatten mit einfließen zu lassen und sie der Stadt "energisch vorzutragen".

(mro)