Eller: Illegale Sportwettbüros in Eller?

Eller : Illegale Sportwettbüros in Eller?

Die CDU und die Grünen vermuten, dass sich auf der Gumbertstraße, der Zeppelinstraße und der Reisholzer Straße Sportwettbüros angesiedelt haben, wo illegal gewettet wird. Sie haben sich als Cafés oder Kulturvereine getarnt.

Die Entwicklung in ihrem Stadtteil sehen die Fraktionen der Grünen und die CDU in Eller kritisch: Immer mehr Sportcafés und Wettbüros eröffnen im Stadtteilzentrum. "Sie schießen seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden", sagt Susanne Ott (Grüne). Um die Situation im Auge zu behalten, haben die Politiker bereits zwei Anfragen an die Verwaltung gestellt. "Wir wollen verhindern, dass es sich in Eller wie an der Kölner Straße entwickelt", sagt Dagmar von Dahlen (CDU).

Glücksspiele sind nur dann legal, wenn sie von den Behörden erlaubt worden sind. Auf der Gumbertstraße ist nur ein Wettbüro, in dem gewettet werden darf. "Drei weitere Etablissements machen den Eindruck, als werde dort auch gewettet", sagt von Dahlen. "Sie sind als Cafés oder Kulturvereine getarnt und lassen Raum zur Spekulation." Erst vor kurzem hat in dem Ladenlokal neben einer Pizzeria auf der Gumbertstraße ein solches Café eröffnet. Auf der Zeppelinstraße gibt es einen Kulturverein, der tagsüber von Männern besucht wird, die sich oftmals auf Küchenstühlen vor die Tür setzen und dort rauchen. "Von unserer Seite stehen diese Lokale unter Beobachtung", sagt von Dahlen. Wird dort tatsächlich gewettet, würden die Betreiber gegen die Gewerbeordnung verstoßen.

Viele Betreiber kennen die Rechtslage und handeln. Auf der Gumbertstraße gab es einen Kiosk, in dem drei Spielautomaten standen. "Der Betreiber durfte die Automaten als Kioskbetreiber dort nicht stehenlassen. Mittlerweile nennt sich der Kiosk "Spielhalle" und die Automaten dürfen bleiben", sagt Ott. "Das ist einfach unfassbar."

Den Grünen ist nicht nur das Stadtbild wichtig, ihnen geht es auch um das Suchtpotenzial von Sportwetten. "Wir haben zunehmend Probleme mit Menschen, die spielsüchtig sind", sagt Ott, die auch sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist. Auch im Internet tauchen immer mehr Sportwetten auf. Besonders Menschen mit geringen Einkommen lassen sich häufig auf Sportwetten ein und geraten so in finanzielle und soziale Schwierigkeiten. "Wenn auch noch im Stadtteilbild immer mehr Wettbüros auftauchen, wird es immer schwieriger präventiv gegen die Sucht vorzugehen", sagt Ott.

Für die Politiker ist es schwierig auf Bezirksebene gegen das Problem vorzugehen, da es sehr komplex ist und viele unterschiedliche Bereiche betrifft. "Wir müssen zunächst verhindern, dass die Konzessionen für die Läden verlängert werden", sagt Ott. "Wir müssen auf städtischer Ebene diskutieren." Dort ist das Thema aber noch nicht so präsent wie in den Stadtteilen. Die Vergnügungssteuer hat die Stadt bereits erhöht. Aber damit nicht genug: Es müssen gewerberechtliche Fragen geklärt werden und Planungskriterien neu bestimmt werden. So könnte verhindert werden, dass noch mehr Wettbüros eröffnen. In Hessen steht zurzeit ein Urteil aus, das diesen Rechtsbereich betrifft. "Wir warten darauf und hoffen, dass wir danach mit Rechtssicherheit handeln können" ", sagt von Dahlen.

(sapo)
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