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Regionalplanänderung in Düsseldorf: Nicht jeder will mehr Wohnbebauung

Bauen in Düsseldorf : Nicht jeder will mehr Wohnbebauung

Viel Kritik gibt es für die 1. Regionalplanänderung der Bezirksregierung. Darin sind Flächen für mögliche Wohnbebauung ausgewiesen. Bürger setzen sich für den Erhalt der Grünflächen etwa an der Begrischen Kaserne und den Grafenberger Wald ein.

Die Ideen der Bezirksregierung, die sie in der 1. Regionalplanänderung aufgenommen hat, sorgen für viel Gesprächsstoff – vor allem im Stadtbezirk 7. In den Unterlagen, die mit dem Titel „Mehr Wohnbauland am Rhein“ überschrieben sind, hatte der Regionalrat verschiedene Flächen ausgemacht, die geeignet sind für Wohnbebauung. Ziel ist es, in Düsseldorf und Umgebung – zum Beispiel Krefeld, Mettmann, Neuss und Meerbusch – rund 100 neue Flächen mit etwa 1500 Hektar als Siedlungsbereiche auszuweisen, was mehr als 2100 Fußballfeldern entspricht. Flächen, die keineswegs sofort bebaut werden sollen, sondern die den Kommunen als Reserve zur Verfügung stehen, die auch für Kitas, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten genutzt werden könnten. Zu vielen Stadtbezirken hatte der Regionalrat über ein Punktesystem Steckbriefe erarbeitet, die im Mai unter anderem in der Bezirksvertretung 7 vorgestellt wurden.

Drei große Bereiche würden dort infrage kommen: fast 40 Hektar in Grafenberg, 64 Hektar in Knittkuhl und über elf Hektar direkt an der Bergischen Kaserne. Nichts, was in Stein gemeißelt ist, „die Regionalplanänderung nimmt erstmal nur den aktuellen Zustand auf“, sagt Bezirksbürgermeister Karsten Kunert (SPD). Doch im Gremium sahen das viele Mitglieder anders – CDU, FDP, Grüne und Linke brachten in der letzten Sitzung jeweils einen eigenen Antrag ein, mit zum Teil unterschiedlichen Ansätzen. „Der gesamte Ausgleichsraum ist vor Zersiedlung zu schützen. Dies gilt insbesondere für eine bauliche Veränderung im Bereich der ehemaligen Bergischen Kaserne“, hieß es etwa im Antrag der CDU, der aber durch Stimmengleichheit abgelehnt wurde. „Wenn wir das so aufgenommen hätten, hätten wir wieder von vorne angefangen, der Bereich ist derzeit nicht für Wohnbebauung ausgewiesen“, sagt Kunert. Auch dem Antrag der FDP folgte keine Mehrheit. Wichtig war es der Politik im Stadtbezirk 7, dass die Planungshinweiskarte zu den klimatischen Auswirkungen einer Bebauung im Osten Düsseldorfs einbezogen wird. Und ganz gleich, was der Regionalrat vorschlägt, „die Planungshoheit liegt immer bei der Stadt“, betont Claudia von Rappard, Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle, die weiß, dass sich viele Anwohner zum Beispiel um den Grafenberger Grünzug über dem Eisenbahntunnel zwischen Staufenplatz und Fahneburgstraße sorgen, der in den Plan aufgenommen wurde.

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Um den Bürgern das Verfahren näher und auch ein bisschen Ruhe in die Sache zu bringen, hatte Marco Schmitz, Vorsitzender der CDU für den Bezirk 7, zu einem Infoabend eingeladen. „Die Emotionen kochten extrem hoch“, sagt der Landtagsabgeordnete, der darauf hinwies, dass sowohl Stadt und öffentliche Einrichtungen als auch Privatpersonen Einwendungen machen können. Bis zum Frühherbst haben die Düsseldorfer Zeit, im Oktober sollen die Einsprüche ausgewertet werden. „Ich gehe davon aus, dass so viel geändert wird, dass die Pläne ein zweites Mal der Öffentlichkeit vorgelegt werden“, sagt Schmitz. Auch der Düsseldorfer CDU-Vertreter im Regionalrat, Alexander Fils, hatte gegen den Erarbeitungsbeschluss gestimmt. „Den Menschen in Düsseldorf droht mit der Umsetzung des neuen Plans ein Verlust von Lebensqualität und Lebenszufriedenheit“, warnt Fils.