Hubbelrath: Der kürzeste Schützenzug in Düsseldorf

Schützen in Hubbelrath : Der kürzeste Schützenzug Düsseldorfs

Wenn in Hubbelrath die letzte Gruppe startet, ist die erste bereits am Ziel angekommen. Und das, obwohl das ganze Dorf auf den Beinen ist. Und die Schützen sogar noch Verstärkung bekommen.

Der Knall der Salutschüsse hallt durch die kleine Dorfstraße. Das erste Tambourcorps setzt sich in Bewegung. Ein ganz normaler Schützenumzug also – möchte man meinen. Wie sie Jahr für Jahr in Düsseldorfs Stadtteilen stattfinden. Doch wenn sich die letzte Gruppe der Parade gerade erst in Bewegung setzt, ist die Zugspitze schon längst am Festzelt hinter dem Hubbelrather Bürgerhaus angekommen.

Trotz Verstärkung aus Mettmann und Erkrath bleibt es wohl dabei: Hubbelrath stellt den kürzesten Schützen­umzug der Landeshauptstadt. Für Gerhard Gärtner ist diese Besonderheit aber auch gerade das Schöne an den Hubbelrather Schützentagen. „Wir sind zwar eine kleine, aber intensive Gemeinschaft. Da ist das ganze Dorf auf den Beinen“, sagt Gärtner.

Nachdem am Samstagabend die Band „Silke zahlt“ das Festzelt zum Wackeln gebracht hat, bildet der sonntägliche Familientag den Höhepunkt der Festlichkeiten. Nicht nur, weil beim anschließenden Gästeschießen auch Ungeübte ihre Zielsicherheit am Gewehr testen können.

Auch das Damenschießen wird immer beliebter. „Da haben wir eine sehr aktive Gruppe, die dem entgegenfiebert“, sagt Gärtner. Seit mehr als 30 Jahren schon dürfen Frauen aktive Mitglieder in der Schützenbruderschaft in Hubbelrath werden. Jedoch macht sich der Mitgliederschwund auch im östlichsten Stadtteil Düsseldorfs bemerkbar.

Das morgendliche Festamt, das sonst mit einer großen Prozessionskette und drei aufgestellten Altaren gefeiert wird, ist als Gesamtpaket ein bisschen zu groß für die kleine Gemeinde geworden.

Also beschlossen die Schützen, etwas Neues zu probieren und die Messe nach draußen zu verlagern. „Das kam gut an, weil das Wetter auch mitspielte.“ Alles in allem ein schönes Fest-Wochenende, findet Gerhard Gärtner. Nur eines bedauert der Schützenbruder: dass in diesem Jahr keiner aus dem Nachwuchs am Ausschießen des Prinzen beziehungsweise der Prinzessin teilnehmen wollte.