Karnevalsgesellschaft Räbbelche : Wiewer-Party bei den Räbbelche

In Holthausen feierten hunderte verkleidete Jecke am Kamper Acker.

Ralf Schüller musste nicht lange bitten. Kaum hatte der Leadsänger der „Jolly Family“ das „Hey, ho, nananana, du bis mejn Heimot“ angestimmt, da schossen die Arme der Narren im Holthausen Center in die Höhe, um im Rhythmus der Musik nach links und rechts zu schwingen. Die Jolly Family begeisterte zum „Altweiberauftakt“ der Karnevalsgesellschaft Räbbelche mit eigenen Titeln und Texten sowie ihrem Herz für unvergessene Evergreens aus Düsseldorf.

Mit einer stimmungsvollen Mischung zum Mitsingen und Schunkeln versetzten die Sieger des närrischen Ohrwurms 2015 die Quallen, Marienkäfer, Clowns, das übergewichtige hellblaue Einhorn, Löwen, Mäuse und tatsächlich einige Möhnen direkt in perfekte Karnevalsstimmung. „Auf einer Skala von eins bis zehn vergebe ich eine acht“, urteilte Wikinger Norbert, genannt „Nordi“. „Aber da kommt noch was, die fangen ja gerade erst an.“

Und Nordi sollte recht behalten, denn mit Yasmin Marie kam die Zweitplatzierte des närrischen Ohrwurms 2020 auf die Bühne und performte auch ihr mit Silber dekoriertes Lied „Girls vom Rhing“. „Beim Video zum Song war unsere Tanzgarde dabei“, verrät der stellvertretende Räbbelche-Vorsitzende Ulrich Aschmoneit. „Wir haben eine enge freundschaftliche Beziehung zu Yasmin.“

Viel wichtiger ist für Aschmoneit aber, dass die Karnevalsgesellschaft aus dem Düsseldorfer Süden wieder dazu in der Lage ist, einen Großteil des Altweiber-Programms selbst zu gestalten. Es standen die Piccolos, die Junioren der Tanzgarde, genauso auf der Bühne wie die „Räbbelche Altstars“. So war es eine familiär-heimatverbundene, stadtteilorientierte und doch weltoffene Frühschoppen-Karnevalsparty, die einen perfekten Einstieg in den Straßenkarneval bildete.

Und weil die Räbbelche wie üblich sämtliche Überschüsse ihres Altweiber-Auftakts an die Initiative Waagschale im Oberlin-Haus spenden, tun die Narren mehr als nur feiern. „Die Räbbelche sind ein kleiner Verein, nehmen keinen Eintritt zu Altweiber und tun Gutes. Da muss man als Künstler auch mal sagen: Das unterstützen wir und verzichten aufs Honorar“, erklärt Schüller. „Und die Stimmung ist einfach mega.“

Die Stimmung war so gut, dass die Tänzerinnen der Tanzgarde auch nach ihren Auftritten die Hüften nicht stillhalten konnten, die einzelnen, überwiegend verkleideten Jecken sich zu einer schunkelnd-wogenden Masse vereinten, bevor sie nach Programmende woanders hinzogen, um weiterzufeiern. „Nordi“ und die Altbier-Wikinger, die nach Nordis Aussage aber nur Met trinken, nahmen die „Party“ genau dafür, was sie sein sollte, als Auftakt des Straßenkarnevals. Die Wikinger arbeiten sich jetzt bis zum jecken Höhepunkt am Rosenmontag durch die närrische Szene und laufen zum 27. Mal beim Rosenmontagszug mit.