Streit um Schließung der Sparkasse in Holthausen

Filialschließung : Händler ärgern sich über Stadtsparkasse

Die Holthausener Filiale öffnet nur noch vormittags. Wer Bargeld einzahlen will, muss dies nun in Wersten tun. Auch andere Bürger haben mit den reduzierten Geschäftszeiten ein Problem und sammeln Unterschriften.

In zahlreichen Stadtteilen verkleinert die Stadtsparkasse ihr Filialnetz und erntet dafür Proteste von betroffenen Kunden. Die Filiale an der Itterstraße in Holthausen bleibt zwar bestehen, aber die Schalterzeiten werden in Zukunft deutlich reduziert. Offiziell erst ab dem 16. Juni schließt die Filiale täglich um 13 Uhr. Doch Bernd Schmitz, Inhaber des Schmitze-Büdchens, musste Ende Mai eine unerfreuliche Überraschung erleben. „Als ich am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt Geld einzahlen wollte, hatte die Stadtsparkasse bereits ab 13 Uhr geschlossen.“ Ein Sprecher der Stadtsparkasse bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass aus Krankheitsgründen die frühere Schließung erforderlich gewesen sei.

Weil Schmitz nicht seinen Kiosk verlassen konnte, bat er seine Mutter, das Geld für ihn in der Werstener Filiale einzuzahlen. Dort erlebte er die zweite unangenehme Überraschung. Für die Bareinzahlung mithilfe des Personals wurde ihm eine Gebühr von 5,50 Euro abgebucht. „Dafür habe ich sonst 2,50 Euro bezahlt“, sagt der Büdchen-Besitzer. Auch für das Einzahlen von Bargeld am Automaten, das er täglich in Anspruch nimmt, seien die Gebühren gestiegen: von 50 Cent auf 1,50 Euro. Die Preise werden von dem Sparkassen-Sprecher bestätigt. Allerdings gelte das Gebührenmodell seit August 2018.

Nicht nur für Schmitz bereiten die früheren Schließungszeiten Probleme. Auch Önder Kilik, Inhaber des Fischparadieses, und Cihangir Bali vom Beko-Imbiss sind betroffen, weil sie ihre Bareinnahmen bei der Bank einzahlen. Wenn die Filiale an der Itterstraße geschlossen hat, gibt es aber keinen Zugang zu dem Selbstbedienungsautomaten. „Das ist ein architektonisches Problem“, erklärt der Stadtsparkassen-Sprecher. In anderen Filialen wie in Wersten sei dies möglich. Er verweist darauf, dass diese nur zwei Haltestellen entfernt sei.

Nicht nur die Händler finden das problematisch. „Für ältere Menschen mit wenig Einkommen ist das schwierig“, sagt Franz-Josef Würde. Der Werstener hat deshalb Unterschriftenlisten in Gaststätten ausgelegt. Auch im Schmitze-Büdchen liegt noch eine Liste, auf der sich Bürger eintragen können. Der ehemalige Personalrat der Stadt Düsseldorf will aus Sparkassen-Kreisen erfahren haben, dass in Holthausen etwa 17.000 Kunden ansässig seien. „Die kann man nicht einfach so weg schieben.“ Die Sparkasse machte zur Kundenzahl keine Angabe. Die Beobachtung, dass die Filiale gut besucht und oft voll sei, teilt die Bank nicht. „Wir sehen den Bedarf nicht.“ Bislang führten 60 Prozent der Kunden ihre Geschäfte online. In sechs Jahren rechnet das Geldinstitut damit, dass der Anteil auf 75 Prozent steigt. Für Beratungen könnten auch Termine nach 13 Uhr gemacht werden.

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