Holthausen: SFD-Geschäftsführer geht in Ruhestand

Holthausen : SFD-Geschäftsführer geht in Ruhestand

Nach mehr als 34 Jahren verabschiedet sich Klaus Unützer von einem der größten Düsseldorfer Sportvereine. In den drei Jahrzehnten hat sich viel verändert: Neue Sportarten gibt es und Gesundheitssport beim SFD.

34 Jahre sind eine lange Zeit. Da hat sich viel getan in den Sportvereinen. Auf 34 Jahre als Geschäftsführer beim SFD '75 kann Klaus Unützer zurückblicken. Doch ab heute ist endgültig Schluss. Denn seine letzte Amtshandlung ist die Delegiertenversammlung, bei der er den Geschäftsbericht für 2013 vorstellt.

Auf dem Papier ist der 67-Jährige seit Montag (30. Juni) im Ruhestand. "Aber eigentlich bin sich seit dem 1. März 2012 Henkel-Pensionär", sagt Unützer und macht es noch ein wenig komplizierter. Dann erklärt er, dass er im Zuge der Neustrukturierung der Geschäftsführung im SFD beziehungsweise des Bereiches Corporate Fitness noch einmal für zwei Jahre als Geschäftsführer bestellt wurde.

Gleichberechtigt mit Andrea Haupt, die seit zwei Jahren mit ihm an der Spitze des mitgliederstärksten Düsseldorfer Sportvereins steht. "Aktive Mitglieder", betont Unützer, Mehr als 3500 Mitglieder zählen zum SFD, "plus die, die über die Krankenkassen zu uns kommen. Dann sind es 4000", sagt Unützer.

Als er 1980 zum SFD kam, waren es gerade mal 1500 Mitglieder. 22 Mitarbeiter gab es damals, darunter Platzwarte und drei Schwimmmeister. Heute sind es allein 70 Übungsleiter und Trainer im Gesamtverein, der sich in den vergangenen drei Jahrzehnten stark verändert hat.

"Mein Vorgänger Hans Burger war ein Visionär. Ein Manager für den Sport." Und einen solchen Manager-Job sollte der damals 33-Jährige übernehmen. Unützer hat Sport und Betriebswirtschaft in Köln studiert und arbeitete an der Sporthochschule. Sein Professor sprach ihn an, dass beim SFD eine Stelle frei werde. "Da habe ich mich beworben und wurde genommen", erinnert er sich. Damals war der Verein noch ein Zusammenschluss des SC Reisholz, Tura Holthausen und der Henkel Werkssportgruppe, sagt er, "und der Sportpark Niederheid war eine Schenkung der Firma Henkel."

Sein Job war es, Sport und Freizeit neu zu organisieren und die Sportangebote zu modernisiern. Denn als er anfing, gab es nur Fußball, Tischtennis, Turnen und Schwimmen. "Das Herzstück war damals das Schwimmbad. Schwimmen war Pflichtsport für die Henkel-Azubis." Er lacht, wenn er an die alte Sporthalle denkt - eine ehemalige Autogarage mit Säulen. "Und um de Säulen haben die Sportler Fuß- und Handall gespielt..."

Heute ist er stolz auf die Anlage und Fitnesshalle, die 1993 innerhalb eines Jahres gebaut wurde. "Es ist eine puristische Sporthalle ohne Chichi, die funktioniert und einen gut schwingbaren Boden hat." Unützer hat sich allen Herausforderungen des Sports gestellt. Er hat den SFD auf- und ausgebaut, war Ansprechpartner für die aktive Freizeitgestaltung, die sich im Laufe der Jahre immer mehr veränderte. Er hat Henkel-Marathon-Teams betreuen lassen, Lauftreffs organisiert und den Werksport. Er hat Tickets für die Henkelaner für die Fußball-WM 2006 organisiert und die Gäste betreut - und vor allem neue Sportarten eingeführt. Heute sind Yoga, Thai Chi und Zumba selbstverständlich. Aber auch Wirbelsäulen-Gymnastik und Herzsport. Gerade bei den Gesundheitskursen arbeitet er eng mit den Krankenkassen zusammen. Vor allem im Gesundheitssport seien viele Mitglieder aktiv, um die 1800 schätzt der Sportmanager, während die Fußballabteilung noch keine neun Prozent ausmache. Außerdem sind mehr als 1000 Mitglieder inzwischen über 60.

Wer Unützer über das Ende seines Berufslebens reden hört, spürt sofort: Er geht zufrieden, ohne Wehmut. "Mein Job ist gemacht, wenn ich jetzt gehe. Und es läuft besser als vorher", sagt er. Doch er will auch als Rentner weiter im Sport aktiv bleiben. Vielleicht als Berater, bei der ein oder anderen Sportagentur.

(RP)
Mehr von RP ONLINE