Schützen aus Düsseldorf Holthausen haben jüngsten Vorsitzenden

Brauchtum in Holthausen : Der jüngste Schützenchef der Stadt

Der 25-jährige Maximilian Schnorrenberg hat Ende März kommissarisch die Führung der Holthausener Schützen übernommen. Seit zwanzig Jahren ist er dem Verein bereits verbunden.

Dass das Schützenwesen mitnichten mehr ein Hobby für ältere Herren ist, das beweisen alleine schon die Holthausener Schützen mit ihrem neuen Schützenchef. Maximilian Schnorrenberg, der bis zu den turnusmäßigen Wahlen des Vereins im März erst einmal kommissarisch die Führung übernommen hat, ist 25 Jahre alt und damit der jüngste Schützenchef in ganz Düsseldorf. Auch wenn Britta Damm, seit 2015 Vorsitzende der IGDS (Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine), die 48 Schützenvereine vertritt, bei den Sitzungen inzwischen in viele jüngere Gesichter schaut, ist keiner so jung wie Schnorrenberg aus Holthausen. „Es ist doch toll, wenn junge Leute Verantwortung im Brauchtum und in den Vereinen übernehmen“, sagt Damm.

Mit in den Holthausener Vorstand geholt hat der neue Schützenchef seinen Freund Marc Albers (34), der die Funktion des Pressewartes übernommen hat. Auch er hat seit seiner Kindheit Schützenerfahrung: „Ich bin schon im Bollerwagen von meinen Eltern mit zum Schützenfest genommen worden“, erinnert sich Albers. Und auch wenn Schnorrenberg in seinen jungen Jahren schon selber eine 20-jährige Schützenliebe mitbringt, hat er sich mit Christoph Groth eine versierte Unterstützung mit ins Boot geholt. Nötig wurde die Neubesetzung des Vorstandes, da der damalige Chef Christian Stein und dessen Stellvertreter im Januar ihre Rücktritte erklärten. Aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen, wie Maximilian Schnorrenberg erläutert.

Die Idee, vielleicht selbst antreten zu wollen, entstand zunächst aus einer Bierlaune heraus. Er schrieb es, zunächst nicht wirklich ernst gemeint, in eine Whatsapp-Gruppe mit befreundeten Schützen. Doch von denen gab es dann plötzlich die Rückmeldung: Warum eigentlich nicht? „Ich habe dann überlegt, ob ich mir das zutraue“, sagt der 25-Jährige, der bei der Telekom arbeitet.

Als dann Ende März der neue Vorsitzende gewählt wurde, gab es keine Gegenkandidaten, wohl aber bei der Wahl auch ein paar Nein-Stimmen für den jungen Kandidaten. Doch für Maximilian Schnorrenberg sind die eher Ansporn, seinen Job gut zu machen.

Als Erstes mussten sie jedoch Feuerwehr spielen. Denn vor allem die große Schlagerparty, die die Holthausener Schützen seit ein paar Jahren immer freitags zum Auftakt ihres Schützenfestes feiern, darf nicht zum Flop werden. Zu viel Geld kosten die engagierten Stars. Michael Wendler, Michelle und Jürgen Drews waren in den vergangenen acht Auflagen schon da. Dieses Mal hat Loona zugesagt, bekannt vor allem durch ihren Party-Hit „Bailando“. Marc Albers ist derzeit dabei, in den sozialen Netzwerken die Werbetrommel zu rühren, damit das Festzelt voll wird. Für das kommende Jahr soll der Freitag aber wieder ein paar Nummern kleiner gefeiert werden. „Wir haben bemerkt, dass viele Besucher nach der Party am Freitagabend nicht mehr kamen“, sagt Maximilian Schnorrenberg. Die Karte kostet immerhin 16,80 Euro pro Person, zuzüglich Speisen und Getränke. Doch den Party-Gedanken haben die beiden trotzdem weiter im Blick. Am Samstagabend tritt Schlagerbarde Marc Koch auf, am Sonntag kommen die Swinging Funfares und am Montag hat das aktuelle Klompenpaar die Fischgesichter gebucht. Auch die Gespräche mit Künstlern für das nächste Jahr laufen bereits.

Bei aller Feierei ist Schnorrenberg wichtig, dass sich alle Schützen – von jung bis alt – im Konzept wiederfinden. Den Leitspruch „Glaube, Sitte, Heimat“ nimmt er ernst. So übergibt er am Samstag im Festzelt auch die Ehrennadeln für die Schützenmitglieder, die 50 oder 40 Jahre dabei sind. Wobei, die Hälfte hat Maximilian Schnorrenberg mit seinen 25 Jahren auch schon geschafft.

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