Holthausen: Protest gegen Logistiker-Ansiedlung

Holthausen : Protest gegen Logistiker-Ansiedlung

Am Trippelsberg soll eine Logistikhalle gebaut werden. Bauanfrage in der BV.

Auf den Tisch der Bezirksvertretung 9 kommt für die Sitzung kommende Woche Freitag, 3. Februar, auch die Bauvoranfrage für die Ansiedlung eines Logistikers auf der Brache der Firma Kematen Am Trippelsberg. Das Areal gehört der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR). Die hatte auf Anfrage unserer Redaktion vergangene Woche über die Pläne berichtet, dort ein Logistikunternehmen ansiedeln zu wollen.

Von dieser Idee hatten die Mitglieder der zuständigen Bezirksvertretung (BV) 9 erst durch unsere Redaktion erfahren. Das hat den FDP-Vertreter in der BV, Christoph Schork, veranlasst, die Verwaltung um Klärung mehrerer Fragen zu bitten. Unter anderem, aus welcher Branche der Logistiker kommt und ob eine zu erwartende Verkehrsbelastung vor allem für die Kreuzung Bonner Straße/Paul-Thomas-Straße geprüft wurde. Laut Angaben der Verwaltung soll auf dem rund 32.450 Quadratmeter großen Areal ein etwa 18.000 Quadratmeter großer Hallenkomplex entstehen. "Die Hallen sollen als Umschlags-, Verarbeitungs-, Produktions- und/oder Kommissionierungshallen im 24-Stunden-Betrieb dienen." Die geplante Aufteilung der Halle lasse zwei unterschiedliche Nutzer zu. Zum Start ist vorgesehen, dass dort 35 Lager- und Büroarbeitsplätze entstehen. Für den Bau müssen 70 satzungsgeschützte Bäume gefällt werden.

Mit Empörung reagiert die Initiative "Hafenalarm" auf diese Pläne. Deren Sprecher haben einen offenen Brief an den IDR-Vorstand geschrieben. Aus ihrer Sicht werde die jetzt schon für die Anwohner grenzwertige Lkw-Belastung in Holthausen und auf der Münchener Straße damit auf die Spitze getrieben. Nach einer Berechnung des Bauaufsichtsamtes kommt man bei der vorhandenen Bruttogeschossfläche auf 405 Kfz-Fahrten pro 24 Stunden, davon würden 312 Fahrten auf den Güterverkehr fallen. Das im Sommer 2016 vorgestellte Verkehrsgutachten für einen ausgebauten Reisholzer Hafen basiert auf Daten, in denen beispielsweise nicht das DHL-Logistikzentrum auf dem Segro-Park an der Bonner Straße eingerechnet war, wie auch nicht diese Neuansiedlung am Trippelsberg 100.

Laut Bauaufsichtsamt haben die prognostizierten Fahrten auf die im Verkehrsgutachten ermittelte Qualität des Verkehrsablaufs an den Knotenpunkten keine, an der Kreuzung zur Bonner Straße eine "vergleichsweise geringe Auswirkung". Eine Verschlechterung der im Gutachten ermittelten Qualitätsstufen stelle sich nicht ein, so die Stadt.

(rö)