Holthausen: Laurentius-Kirche wird Kindergarten

Holthausen: Laurentius-Kirche wird Kindergarten

Die Gremien haben ihre Zustimmung zu dem Plan gegeben. Die Kirche, die seit Jahren im Winter schon nicht mehr genutzt wird, bleibt geschlossen. Es wird nur noch einen Abschiedsgottesdienst geben. Fünfgruppige Kita geplant.

In der katholischen Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen ist jetzt ein Schlussstrich unter die Diskussion gezogen worden, ob und wie man die stark sanierungsbedürftige St.-Laurentius-Kirche für die Zukunft erhalten kann. Am Wochenende ist den Gemeindemitgliedern mitgeteilt worden, dass aus der Kirche ein Kindergarten werden soll, berichtete Pastoralreferent Martin Kürble.

2005 hatte Hubert Clement, der damals als Pastor noch für die Seelsorgeeinheit Holthausen-Itter zuständig war, das erste Mal davon gesprochen, dass die Gemeinde aus Kostengründen daran denke, die Kirche zu verkaufen. Gespräche mit Interessenten folgten. Drei Anträge in der Folge durch die Gemeinde St. Joseph an das Erzbistum Köln, die Kirche schließen zu dürfen, seien mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass die Frage nach einer neuen Nutzung nicht geklärt sei. Das sieht nun anders aus, woraufhin der Erzbischof sein Okay gab.

Aus Sparzwängen hatte die Gemeinde bereits ihre beiden Kindertagsstätten "Hinter den Höfen und an der Kölner Landstraße an den katholischen Trägern "Flingern mobil" übergeben. Dieser soll auch die neue, fünfgruppige Kita in dem Kirchengebäude übernehmen. "In Holthausen ist der Bedarf an Betreuungsplätzen sehr groß", sagte Kürble im Gespräch mit unserer Zeitung. Im nächsten Schritt soll nun der Architekt von "Flingern mobil" die Kirche, die aus den späten 1970er Jahren stammt, in Augenschein nehmen und Vorschläge für den Umbau erarbeiten.

Bei der Finanzierung der Maßnahme rechnet man mit Geldern von der Stadt und dem Land. Denn nach wie vor will die Landeshauptstadt ihr Betreuungsangebot ausbauen. Diese habe auch bereits schon ihre Zustimmung für den nun folgenden Umbau gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Seelsorgeeinheit.

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Zugesperrt wird die Kirche jetzt aber nicht von heute auf morgen. Denn seit einigen Jahren wird sie wegen einer defekten Heizung bereits nicht mehr im Winter, sondern erst ab Mai wieder genutzt. Für eine Komplettsanierung der Heizung sowie der Behebung von bereits entstandenen Feuchtigkeitsschäden hat die Gemeinde kein Geld. Die Gottesdienste wurden deshalb in den Wintermonaten bereits alle in St. Joseph gefeiert.

Einen letzten Gottesdienst soll es in St. Laurentius aber noch geben. "Wir werden in den nächsten Monaten feierlich aus der Kirche ausziehen und sie damit den Kindern übergeben. Daran soll natürlich die ganze Gemeinde teilnehmen", sagt Pfarrer Frank Heidkamp. Er weiß natürlich, dass der Abschied vielen Gemeindemitgliedern schwer fallen wird: "Hier haben viele Menschen geheiratet und ihre Kinder taufen lassen. Außerdem haben viele Gemeindemitglieder in Holthausen noch den Bau selber mitbekommen und unterstützt. Da fällt es immer schwer, die Türe für immer zu zumachen." Ein kleiner Trost: Für die Gemeinde wird die Kapelle, die jetzt noch in den Kirchenraum integriert ist, erhalten und zugänglich bleiben. Von großem Vorteil sei es, dass sich die Hauptkirche St. Joseph gerade mal in wenigen 100 Metern Entfernung befinde: "Mit dem Bus ist es eine Haltestelle und auch fußläufig ist diese gut erreichbar."

Heidkamp verweist darauf, dass die Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen mit fünf Pfarrkirchen und einer weiteren Filialkirche in Wersten hervorragend mit Gottesdiensträumen ausgestattet sei: "Die Wege bei uns sind sehr kurz, so dass immer eine Kirche erreichbar ist, in der die Gläubigen den Gottesdienst mitfeiern können." Überrascht seien die Gemeindemitglieder über die Nachricht der Kirchenschließung nicht gewesen, sagte Kürble: Dieses Thema habe ja bereits seit Jahren im Raum gestanden. Er habe das Gefühl, dass die Art der Weiternutzung als Kindergarten "wohlwollend aufgenommen" worden sei.

Gedanken werde man sich in den nächsten Wochen über das Kircheninventar und die vorhandenen Kunstschätze machen, so der Pastoralreferent: "Kirchenbänke oder die Orgel will man ja nicht einfach über Ebay versteigern." Zudem werde man mit den Rechteinhabern der Kunstwerke das Gespräch suchen, um Fragen für eine Folgenutzung zu klären.

(RP)
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