Holthausen : "Kunst im Hafen" feiert Jubiläum

Seit 25 Jahren arbeiten die Künstler des Vereins im Reisholzer Hafen. Zum Geburtstag laden sie zur einer Ausstellung.

Das 25-jährige Bestehen von "Kunst im Hafen" ist ein Grund zum Feiern, da sind sich die 17 Künstler, die im Reisholzer Hafens arbeiten, einig. Deshalb eröffnen sie an diesem Samstag ihre Jubiläumsausstellung mit einer Party und einem Festessen vom Grill. In der Ausstellungshalle wird DJ "NST" Musik der letzten Jahrzehnte auflegen, für die kleinen Besucher gibt es eine Tombola.

Der Verein möchte nicht nur sich selbst feiern: Die Künstler sehen die Jubiläumsausstellung als Möglichkeit, der Stadt Düsseldorf und ihrer Kunstszene etwas zurückzugeben. Mit der Party möchten sie sich auch bei den Besuchern bedanken. Wer die Eröffnung am heutigen Samstag um 16 Uhr nicht besuchen kann, ist eingeladen, am Sonntag, 10. September, zwischen 12 und 18 Uhr in den Reisholzer Hafenkomplex zu kommen.

Seit einem dreiviertel Jahre arbeitete der Hafen-Künstler Hiroyuki Masuyama am Ausstellungskonzept für den 25. Geburtstag. Er möchte auf die Entwicklung der vielen Jahre zurückblicken und die aktuelle Situation des Standortes beleuchten. Die Ausstellung, in der Arbeiten aller 20 Hafen-Künstler zu sehen sein werden, soll auch einen Blick in die Zukunft werfen.

Um seine Pläne umzusetzen, hat Masuyama die Ausstellungshalle der "Werft 77" in zwei Hälften geteilt. Eine Hälfte ist den Arbeiten aus der "Frühzeit", also von den Anfängen bis 2003, vorbehalten. Über einen glitzernden Zeittunnel erreichen die Besucher den zweiten Teil, wo sie aktuelle Kunstwerke des Künstlerkollektivs sehen können.

Eine besondere Idee des Künstlers bindet auch die Gäste in die Ausstellung ein. Besucher können ihre Ideen für die Zukunft der Hafenkünstler in einem Brief verfassen, den sie an einen beliebigen Menschen adressieren. Wie bei einer Grundsteinlegung sollen die Briefe in einer Kapsel vergraben werden und so den Start für weitere 25 "Kunst im Hafen" markieren. Zum fünfzigsten Jubiläum sollen die Briefe aus der Erde geholt werden und an die Adressaten versand werden. Die Künstler sind sich einig, dass es den Verein zu diesem Zeitpunkt noch geben wird.

Anfangs fanden die Künstler, dass das Reisholzer Gelände zu weit von der Stadt entfernt ist. Heute schätzen sie die Ruhe im Hafen für ein konzentriertes Arbeiten.

Für die Entwicklung neuer künstlerischer Ideen sei der Verein mit seinen notwendigen Formalien nie ein Hemmnis gewesen. "Hier besteht auf jeden Fall die Möglichkeit frei zu arbeiten. Im Gegensatz zum künstlerischen Einzelkämpfer können wir uns untereinander über unsere Arbeit auszutauschen", so C.U. Frank, die schon lange ein Atelier im Hafen nutzt. "Das Vereinsmodell ist einfach die Voraussetzung, um als Gesprächs- und Vertragspartner ernst genommen zu werden", erklärt der Vorsitzender des Vereins, Dirk Balke.

Das Gelände des Reisholzer Hafens soll in den kommenden Jahren in einen Container-Hafen umgebaut werden. Der Blick in die Zukunft ist unter den Künstlern trotzdem von vorsichtigem Optimismus geprägt: Für das Gelände habe es schon immer reichlich Pläne gegeben, erzählen die Künstler. Sie seien trotzdem noch immer dort.

"Das einzige, was uns in der Geschichte des Vereins wirklich bedroht hat, war das Hochwasser von 1993. Da stand das Wasser in der heutigen Ausstellungshalle rund einen Meter hoch", berichtet Bertold Flader, der als einziges Gründungsmitglied noch heute im Verein aktiv ist.

(RP)