Kultur-Austausch mit Usbekistan

Holthausen: Kultur-Austausch mit Usbekistan

Die Ausstellung wird heute Nachmittag in einem Nebengebäude von Schloss Elbroich eröffnet. Unter anderem sind bis Monatsende Werke der bekannten Künstlerin Katharina Sieverding zu sehen.

Über die neue Seidenstraße werden nicht nur im großen Stil Wirtschaftsgüter transportiert, die Trasse zwischen Asien und Europa soll darüber hinaus dem kulturellen Austausch dienen. Dies dokumentiert zum Usbekistan-Tag die eindrucksvolle Kunstausstellung „Interlocal“.

Diese wird im Rahmen des Blue-Container-Kulturaustausch-Projekts am heutigen Samstag, 14 Uhr, in den Räumen des Vereins Deutsch-Chinesischer Kulturaustausch für Kunst und Design (DCKD) in einem Nebengebäude von Schloss Elbroich eröffnet. Die Schau ist bis zum 28. Januar zu sehen. Neben den wirtschaftlichen Aspekten sei die Kommunikation über kulturellen Austausch für die Völkerverständigung eminent wichtig, betonte Jian Guo, Vorsitzender der DCKD.

In enger Kooperation haben Yang Shu, Kurator des DCKD, und Jürgen Büssow, langjähriger Regierungspräsident und Ehrenvorsitzender des Düsseldorfer Kunstvereins 701, die abwechslungsreiche Ausstellung mit Malerei, Fotos, Videos und Installation konzipiert. Zu sehen sind Arbeiten von elf renommierten deutschen Künstlern, darunter Katharina Sieverding mit der Fotografie „Kunst und Kapital“ von 2018, ihre Tochter Pola mit einem Video, Ulrike Möschel mit Videos sowie Fotos ihrer Serie „Drama-Sightboards“ sowie Stefan à Wengens Gemälde der Serie „The Sing Peintre“, die alles andere als affig sind. Die künstlerische Gegenposition, zumindest was die Herkunft anbetrifft, wird von vier Künstlern aus Usbekistan formuliert.

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Die Seidenstraße für Kunst zwischen Taschkent und Düsseldorf wird von Jewgenija Tschuikowa idealtypisch personifiziert. Die junge, in Düsseldorf lebende Künstlerin wurde in Moskau geboren, wo sie ihr Kunststudium begann, um es dann an der Düsseldorfer Kunstakademie fortzusetzen. In Holthausen sind ihre ebenso charmanten wie effektvollen Lippenstiftbilder, auf denen unzählige kleine Kussmünder den erhabenen Effekt einer Druckgrafik suggerieren, ausgestellt. Für die Blue-Container-Ausstellung in Taschkent nahm sie ihre dort geborene Großmutter mit, die allerdings ihre Heimatstadt, die sich zu einer modernen Metropole entwickelt hatte, kaum mehr wiedererkannte.

Abstrakte Malerei mit kräftigem Farbauftrag und blumig orientalischem Motiv wie bei Nuriddin Rasulov oder die zwei Bildtafeln von Diyor Razikov, die er rechtwinklig zueinander verbunden hat, damit der Betrachter-Blick beide Bilder und ihr spezifisches Spannungsverhältnis gleichzeitig erfasst, lassen erkennen, wie Künstler versuchen, sich von traditionellen Motiv-Vorgaben zu lösen.

90 Prozent der usbekischen Bevölkerung seien zwar muslimischen Glaubens, jedoch hätte die Religion keinen Einfluss auf den Staat, die Kunst ist also frei, sagte Nuriddin Y. Mamajonov, Generalkonsul aus Usbekistan, der die Öffnung seines Landes und seiner reichen kulturellen Schätze betont.

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