Holthausen : Frau Schumacher vermittelt Kultur

Der Kulturkreis Holthausen bietet regelmäßig kulturhistorisch orientierte Exkursionen an. Katarina Schumacher rief ihn 1992 ins Leben. Sie ist nach wie vor für die Programmgestaltung zuständig.

Der Kulturkreis Holthausen präsentiert sein Kulturangebot nicht als eingetragener Verein. Es wäre rechtlich nicht möglich, denn Initiatorin Katarina Schumacher wäre nicht nur das einzige Mitglied, sie wäre dann auch Vorsitzende, Kuratorin und Reise-Organisatorin in Personalunion.

Das Kulturkreis-Angebot läuft unter dem Dach der katholischen Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen, spricht aber auch überkonfessionell Menschen an, die regelmäßig an ihren kulturhistorisch orientierten Exkursionen teilnehmen. Im vergangenen Jahr feierte der 1992 gegründete Kulturkreis sein 25-jähriges Bestehen. „Ich war immer ein kreativer und künstlerisch interessierter Mensch“, sagt Katarina Schumacher, die wegen ihrer Kinder den Beruf aufgab und später dann nach einer neuen Aufgabe suchte.

Als Angebot der Kirchengemeinde gab sie vor 30 Jahren Kindern Malkurse. Damals half sie mit, die „Mitten unter uns“-Ausstellungen im Gemeindezentrum zu organisieren. 1992 startet sie ihre Kunst-Spaziergänge, die sich schnell herumsprechen und bestens nachgefragt werden. „Die Frau Schumacher geht spazieren und wir gehen mit“, hieß es unter ihren begeisterten Anhängern unterschiedlichen Alters.

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Sie erarbeitet Konzepte, in denen sie im Düsseldorfer Straßenbild Kunstepochen wie Barock oder Jugendstil nachspürte, Parks, Skulpturen oder Brunnen vorstellte. „Viele Menschen haben ein großes Interesse an kultureller Anregung, haben jedoch keine Motivation, diese Unternehmungen allein zu unternehmen“, beschreibt Schumacher den Erfolg ihres Angebots, das regelmäßig einmal in der Woche bis zu 30 Menschen unterschiedlichen Alters anspricht.

Mit der Zeit vergrößerte Schumacher ihren kunsthistorischen Erkundungsradius. Zu den Spaziergängen in Düsseldorf kamen Tagesausflüge nach Frankfurt, Braunschweig, Hannover oder Arnheim hinzu, einmal jährlich geht es auf mehrtägige Studienfahrten, etwa nach Leipzig oder im Kielwasser des Rubens-Jahres nach Belgien. Ihre Inspirationen erhält die ehrenamtlich tätige Kultur-Reiseleiterin durch ihre eigene Reisefreudigkeit. „Da nutze ich schon mal ein Monatsticket der Bahn und fahre 20 Städte ab. Dabei gab es dann Entdeckungen, die ich später für den Kulturkreis anbot“, verrät Katarina Schumacher. Ihren Erfolg führt die engagierte 65-Jährige auch darauf zurück, dass sie Kunstwissen ohne einen kunsthistorisch erhobenen Zeigefinger vermittelt.

Da sie weiß, dass die Teilnehmer ihr neues Wissen und ihre Erlebnisse gern an Familie oder Freunde weiter vermitteln, stellt sie aus dem Internet Material zur individuellen Nachbereitung zusammen. Die berühmte Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt schließlich dafür, dass ihre Touren bestens frequentiert sind.

Die Nachfrage dürfte aber auch darin begründet sein, dass sie versucht, Kultur-Schnäppchen zu nutzen. „So bieten Stadtmuseen die letzte Stunde vor Schließung zum Nulltarif an; und so kann ich für fünf Euro einen ganzen Tag mit einem tollen Erlebnis anbieten“, sagt Schumacher, die jedem, unabhängig vom individuellen Budget, den Zugang zu schönen Dingen ermöglichen will.

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