Henkel-Mitarbeiterin Susanne Volkmann engagiert sich in Nepal

Henkel-Mitarbeiterin Susanne Volkmann engagiert sich in Nepal: Leichtes Gepäck und großes Engagement

Susanne Volkmann engagiert sich seit 2001 in Nepal. Ihr Arbeitgeber Henkel spendete 50.000 Euro für ein neues Mutter-Kind-Zentrum. Die Stadt hat die 53-Jährige mit dem Martinstaler ausgezeichnet.

Nach Nepal reist Susanne Volkmann (53) mit Handgepäck. „Ich ziehe den Rucksack auf und dann geht’s los“, sagt sie. Leichte Ausrüstung ist ihr wichtig. Sie arbeitet als technische Assistentin in der dermatologischen Forschung bei Henkel. Seit fast 20 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für Kinder in Nepal. Für ihr Engagement ist sie am Freitag von der Stadt mit dem Martinstaler ausgezeichnet worden. Im Herbst war sie zur Grundsteinlegung für ein Mutter-Kind-Gesundheits-Zentrum im nepalesischen Dorf Namjung. „Durch das Erdbeben war das Krankenhaus dort zerstört, jetzt entsteht an der Stelle das neue Zentrum“, sagt sie. Sie bekam den Zuschlag ihres Arbeitgebers für eine Sonderförderung im Jubiläumsjahr. Henkel rief vor 20 Jahren ein Ehrenamtsprogramm, die MIT-Initiative ins Leben.

Bei „Miteinander im Team“ unterstützt das Unternehmen Mitarbeiter und Pensionäre in ihrem ehrenamtlichen Engagement. Mit der Spende von 50.000 Euro wird im Gesundheits-Zentrum ein Geburtsraum ausgestattet, in dem Mütter ihre Babys sicher zur Welt bringen können. „Das ist so nicht selbstverständlich“, sagt Susanne Volkmann. Das Dorf Namjung liegt sechs Stunden Fußmarsch vom nächstgrößeren Ort entfernt und leidet bis heute unter den Folgen des Erdbebens 2015. „Mütter gebären mitten im Feld, es gibt keine Hebammen, keine sauberen Tücher“, sagt sie. Zusammen mit der Deutsch-Nepalesischen Gesellschaft und dem Generalhonorarkonsul Ram Thapa setzt sie jetzt den Bau des Zentrums um. „Mein Ziel ist es, dass das Haus bis März oder April 2019 fertig ist“, sagt sie.

Susanne Volkmann ist mittlerweile versiert in ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Kinder in Nepal. Die Düsseldorferin besuchte 1993 das Land auf einer Trekkingtour. Nach einer zweiten Tour 1999 engagierte sie sich mit ihrer Freundin, der Kinderintensivärztin Inés von Rosenstiel, für die notleidenden Kinder. „2001 brachten wir 650 Kilogramm Hilfsgüter in das einzige Kinderkrankenhaus“, sagt sie. Beim nächsten Transport waren es dann schon 950 Kilo. Die Armut im Land sei überwältigend. Regelmäßig reiste sie fortan mit weiteren Helfern nach Nepal und versorgte die Menschen mit medizinischen Hilfsgütern wie Verbandsmaterial, Spritzen, Seifen oder Desinfektionsmitteln. Sie leisteten medizinische Hilfe, wie Untersuchungen, wenn nötig Behandlungen, Impfungen, Verteilung von Medikamenten und boten Hygieneschulungen an. Später konzentrierte sie sich auf Projekte, die sich mehr um die sozialen Belange kümmerten.

Die sozial engagierte Susanne Volkmann arbeitet als technische Assistentin in der Forschung bei Henkel.⇥ RP-Foto: Anne Orthen Foto: Anne Orthen (ort)
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Immer investiert die engagierte Düsseldorferin Teile ihres Jahresurlaubs. Sie macht sich dann selbst ein Bild von der Situation in Nepal, achtet auf Nachhaltigkeit und den Fortgang der Hilfsmaßnahmen. Henkel unterstützt sie seit vielen Jahren durch Spenden, außerdem bekommt sie fünf Tage Sonderurlaub pro Jahr. Von Anfang an unterstützten sie Freunde und Spender im privaten Umfeld. „Da gab es immer wieder Gelegenheiten, Geburtstage und Feierlichkeiten, auf denen wir statt Geschenke um Spenden baten“, sagt sie.

Über 10.000 Kinder erreichte diese Hilfe. „Verglichen mit den Lebensumständen in Nepal haben wir hier in Deutschland keine Sorgen“, erklärt Volkmann. Dass es uns gut geht, spornt sie an, etwas für andere zu machen. Neben dem Engagement in größeren Projekten hat die 53-Jährige seit vielen Jahren ein Patenkind in Nepal. „Avina habe ich mit acht Jahren in einer Armenschule kennengelernt“, sagt sie. Heute ist sie eine junge Frau, 22 Jahre alt und Studentin kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Auch mit der Familie der jungen Frau bestehen Kontakte. „Wenn wir uns treffen, spielen wir oft Karten, das erleichtert die Verständigung“, sagt sie. 2019 soll die junge Frau erstmals nach Deutschland kommen und vielleicht wird sie hier studieren können. „Sie hat jetzt einen Pass, das ist in Nepal nicht immer üblich“, sagt Susanne Volkmann. Sie weiß, dass es sehr viel Verantwortung ist, sich um einen einzelnen Menschen zu kümmern oder auch um ein großes Projekt.

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