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Heggemannstraße 15 in Holthausen ist wieder bewohnt

Sechs Jahre nach dem Vorfall : Das „Geisterhaus“ ist wieder bewohnt

Gestern vor sechs Jahren musste das Haus Heggemannstraße 15 evakuiert werden. Lange stand das Gebäude leer, es galt als unbewohnbar. Inzwischen wurde saniert und es leben wieder Menschen in den Wohnungen.

Die Heggemannstraße ist eine ruhige Nebenstraße unweit des Henkel-Geländes in Holthausen. Die Außenwand des Reihenmittelhauses mit der Nummer 15 ist weiß gestrichen, auf den Steinen vor dem Haus ist mit Kreide ein Himmel-und-Hölle-Spiel gemalt, vor der Tür steht ein Fahrrad mit Kindersitz. Nichts erinnert mehr daran, dass sich hier vor genau sechs Jahren fast ein Drama ereignet hat.

Am 2. April 2015 mussten die Bewohner der Heggemannstraße 15 ihre Wohnungen verlassen. Auf dem Grundstück nebenan wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Parkplatzes ein Wohnkomplex gebaut, die Tiefbauarbeiten sorgten für Schäden am angrenzenden Gebäude. Vermutlich lagen wichtige Statikgutachten zum Aushub der Tiefgarage nicht vor, als mit den Erdarbeiten begonnen wurde. Die Wand des benachbarten Hauses Nummer 15 bekam tiefe Risse, die Feuerwehr brachte die Bewohner sofort ins Freie. Seit diesem Vorfall galt das Haus als unbewohnbar. Experten stellen erhebliche Mängel an der Standsicherheit des Hauses fest und jahrelang stand das Gebäude leer.

Noch vor zwei Jahren war das Gebäude ein „Geisterhaus“ mit verwildertem Vorgarten, Efeuranken an den Mauern und eben jenen bedrohlichen Rissen im Beton. Noch über zwei Jahre nach dem Vorfall war das Haus von einem Baugerüst umgeben, um einen Einsturz zu verhindern. Später wurde es abgebaut, die Standsicherheit sei gewährleistet, heißt es vom Bauaufsichtsamt. Das Betreten des Gebäudes galt aber weiterhin als gefährlich und war verboten. Nachbarn hatten damals potenzielle Interessenten das Haus von außen besichtigen sehen, man war allerdings davon ausgegangen, dass eher das Grundstück von Interesse sei und das Gebäude abgerissen werden müsse.

 Nach dem Vorfall am 2. April 2015 war die Heggemannstraße 15 für mehrere Jahre eingerüstet.
Nach dem Vorfall am 2. April 2015 war die Heggemannstraße 15 für mehrere Jahre eingerüstet. Foto: Günter von Ameln (vam)/Von Ameln, Günter (vam)

Diese Annahme stellte sich jedoch als falsch heraus. Die Hausfassade wurde erneuert, glänzt nun weiß wie auch der benachbarte Wohnblock, dessen Bau die Probleme verursacht hat.

Mehrere Parteien sind inzwischen eingezogen. Die neuen Bewohner wissen von der Geschichte des Gebäudes. Was aus den Menschen geworden ist, die dort ursprünglich bis zu ihrem überstürzten Auszug gelebt haben, ist nicht bekannt. Nachdem sie damals in Eile ihr Haus verlassen mussten, sind sie nicht nach Holthausen zurückgekehrt. Von diesen Ereignissen zeugen heute nur noch ein paar dünne, wohl harmlose Risse in der Wand von Hausnummer 15a. Die Erschütterungen hatten damals im April 2015 auch dieses Gebäude betroffen, dort konnten die Experten jedoch bald Entwarnung geben.

Nach sechs Jahren scheint die Geschichte des „Geisterhauses“ von Holthausen somit endlich beendet zu sein. Wer als Passant heute durch die Heggemannstraße geht oder fährt, sieht nichts als eine ruhige Nebenstraße sowie im Hintergrund die gewaltigen Anlagen des Henkel-Werks.