Holthausen : "Hafenalarm" bemängelt Gutachten

Die Bürgerinitiative kritisiert das vorgelegte Verkehrsgutachten zum Ausbau des Reisholzer Hafens als fehlerhaft, intransparent und damit unbrauchbar. Der BUND macht sich Sorgen um den Arten- und Landschaftsschutz.

Noch bevor die Stadt am Mittwoch zur "Frühzeitigen Bürgerbeteiligung" lädt, übt die Bürgerinitiative Hafenalarm und der BUND erneut Kritik an den bisherigen Planungen. Besonders das zentrale Verkehrsgutachten erregt bei Unterstützern der Initiative die Gemüter. "Das Gutachten basiert auf alten zahlen und erfasst eminent wichtige Knotenpunkte nicht", sagt Ulla Wietz.

Gemeint ist damit die Kreuzung Bonner Straße/Niederheider Straße, die laut Bürgerinitiative von rund 350 Meter langen Güterzügen überquert werden sollen. Das Verkehrsgutachten führe etwa 40 Zugbewegungen am Tag auf und rechnet pro Querung mit einer Dauer von rund drei Minuten. "Wir haben das nachgerechnet und kommen auf mehr als sechs Minuten", sagt Daniela Kamp-Beutgen. Die Kreuzung wäre nach dieser Rechnung etwa 4,5 Stunden am Tag nicht befahrbar. Nur einer von vielen Kritikpunkten der Bürgerinitiative.

Die Mitglieder monieren auch, dass bislang noch nicht umfassend geprüft sei, ob die umliegenden Firmen überhaupt einen Bedarf an einem solchen Hafenausbau haben. "Fragt man bei den Unternehmen nach, so wünschen sich zwar viele einen Ausbau, konkret sagen, was und wie viel sie zukünftig ab Reisholz transportieren wollen, konnte uns aber niemand", sagt Georg Huff. Dazu gehören Unternehmen wie BASF und Henkel. Letzteres habe erst vor kurzem ein modernes lager in Betrieb genommen, dass auf den Lkw-Transport ausgelegt sei.

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Entwicklungen, die das Verkehrsgutachten ihrer Ansicht nach nicht berücksichtige. "Wenn sich ein Gutachten auf Verkehrszahlen aus dem Jahr 2009 bezieht, wenn dort keine aktuellen Entwicklungen, wie beispielsweise der Bau des DHL-Logistikzentrums berücksichtigt werde und wenn keine Rechnung erfolge, wie die Verkehrssituation in zehn Jahren ausschaue, dann sei es unseriös, sagt Daniela Kamp-Beutgen. Die Initiative fordert daher von der Stadt ein neues, unabhängiges Gutachten.

Unterstützung bei der Kritik gegen die Pläne zum Hafenausbau bekommt die Bürgerinitiative vom BUND. Zwar wurden er frühzeitig in die ersten Planungen eingebunden (unter anderem gab es 2012 eine Ortsbegehung), in die jetzigen Pläne eingeflossen sei davon aber nichts, sagt Michael Süßer vom BUND Düsseldorf. "Das Areal am Hafen ist Teil eines Biotopes, dass mit dem Benrather Schlosspark und der Urdenbacher Kämpe verbunden ist. Im Hafengebiet findet sich beispielsweise die größte Population an Zauneidechsen in der Stadt, die durch den Ausbau massiv gefährdet wäre", erklärt Süßer. Hinzu käme die verschärfte Luft- und Lärmbelastung durch einige hundert Lkw-Fahrten und Binnenschiffe. Besonders die Stickoxide sorgten laut BUND für ein erhöhtes Risiko für Atemwegs,- Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen.

Bürgerinitiative und BUND sind sich einig: Sollten diese Pläne beschlossen werden, werden sie sich rechtlich zur Wehr setzen - wenn nötig - auch vor dem Europäischen Gerichtshof.

(maxk)