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Girls' Day bei Henkel: 120 Schülerinnen testen typische Männerberufe

Berufsfindung : Mädchen hämmern und löten

Beim Girls’ Day konnten Mädchen bei Henkel in sogenannte Männerberufe zu schnuppern. 120 Schülerinnen arbeiteten an einem Tag als Mechanikerinnen und Feuerwehrfrauen.

Mit Hammer und Stempel bearbeiten Linda Grumbach und Sophia Braun das Metall, biegen es in Form und stanzen ihre Initialen ein. So entstehen Freundschaftsbänder, die bald um die Handgelenke gelegt werden. Um die beiden Schülerinnen vom Gymnasium Koblenzer Straße herum tun zahlreiche Mädchen dasselbe, die Auszubildenden des Henkel-Werks in Holthausen schauen ihnen über die Schulter. Hier, in den Werkstätten des Chemie-Konzerns, bekommen die Mädchen beim Girls´ Day einen Einblick in Berufe, in denen sich bis heute fast ausschließlich Männer finden.

Eine Ausnahme ist Svenja Fiebig, Industriemechanikerin im ersten Lehrjahr bei Henkel, die den insgesamt 120 Mädchen beim Girls´ Day in der Werkstatt zur Seite steht. „Ich habe mich schon immer für Technik begeistert und früher mit meinem Opa geschraubt“, erzählt sie. Sie ist die einzige Frau in ihrem Jahrgang. Ob die Mädchen, die sie heute betreut, ebenfalls einen technischen Beruf ergreifen, steht für Fiebig nicht im Vordergrund der Aktion: „Es geht darum, den Mädchen zu zeigen, wie viele verschiedene Berufe es gibt, an die man gar nicht denken würde“, sagt sie. Linda Grumbach hat zwar Spaß an der Arbeit in der Werkstatt, nennt als ihren Berufswunsch jedoch Tierärztin.

Insgesamt vier Stationen erleben die Mädchen von 25 teilnehmenden Schulen am Girls´ Day. Neben der Arbeit in der Werkstatt gibt es einen Einblick in die Elektrotechnik, die Werksfeuerwehr und die Arbeit im Labor. Emilia Nick und Jeannine Kube von der Heinrich-Heine-Gesamtschule stehen fasziniert vor einer Destillationsanlage, drehen an Rädchen und tippen auf einem Bildschirm. „Es ist einfach riesig“, sagt Jeannine, und Emilia fügt hinzu: „Unglaublich, dass für manche Leute das hier der Alltag ist!“

Genau diese Begeisterung für Berufe, die bisher männlich dominiert sind, wünscht sich Loert Riese-Meyer, Ausbildungsleiter bei Henkel, der den 12. Girls´ Day im Werk betreut. 20 Ausbildungsberufe gibt es am Standort, bei vielen davon ist nach wie vor ein Großteil der Bewerber männlich. Der Ausbildungsleiter sieht den Grund darin in der Erziehung und den noch vorherrschenden Rollenmodellen, die bestimmte Berufe für Mädchen oder Jungen tabuisieren. „Aber hier und da tut sich etwas“, beobachtet Riese-Meyer erfreut. So gebe es in den vergangenen Jahren immer mehr Chemikantinnen. Aktionen wie der Girls´ Day seien eine gute Gelegenheit, den Mädchen die Augen für die Fülle von Möglichkeiten zu öffnen.