Holthausen : Eine Reise in die Vergangenheit

Holthausen hat eine weitere Station auf dem Kultur- und Naturpfad "Holthausen auf der Spur". Am Trippelsberg stand bis 1974 das zeitweise größte Elektrizitätswerk Deutschlands, an das jetzt mit einer Informationstafel erinnert wird.

Auf den ersten Blick ist das im Jahr 1909 erbaute Elektrizitätswerk Holthausen nicht mehr zu entdecken. Lediglich die erste Trafostation, die damals die Haushalte an das Stromnetz anschloss, ist erhalten geblieben. Im Rahmen des Projekts "Holthausen auf der Spur" befestigten Künstlerin Anne Mommertz, die Initiatorin des Projekts ist, und die Projektredaktion mit Unterstützung des Holthausener Zentrum plus am Donnerstag eine Informationstafel, die die Erinnerungen an die damalige Zeit lebendig halten soll.

Die am Zaun der Firma Stoffels angebrachte Informationstafel ist mittlerweile die 37. des Projekts. Seit 2011 trifft sich die Projektgruppe des Zentrum plus' einmal monatlich, um neues Material, Ideen und Anekdoten rund um den Stadtteil Holthausen zusammenzutragen. Bei vielen Teilnehmern weckt die Recherche für neue Tafelstandorte sichtbar Begeisterung. Ingrid Möller (67), Holthausener Urgestein, ist ständig auf der Suche nach neuen Fotos und Geschichten. Nahezu jeden Bekannten hat sie schon befragt und bleibt dabei hartnäckig: "Die meisten sind zu faul zu suchen; da muss ich dann immer und immer wieder hingehen, um nochmal nachzuhaken", erzählt sie. Holthausener, die etwas zu erzählen haben oder Fotos zum Projekt beitragen möchten, scheint es trotzdem reichlich zu geben.

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Ingrid Möller zaubert eine handvoll Schwarz-Weiß-Fotos hervor, die ein Feldhandballspiel auf dem Sportplatz vor dem Henkel-Gelände zeigen. Mittlerweile gibt es so viel Material, dass die Projektgruppe vor ein paar Jahren ein eigenes Archiv angelegt hat. "Am Anfang wussten wir als Amateure nicht, wie man so etwas aufbaut. Deshalb haben wir uns von den Archiven in Wersten und Benrath helfen lassen. Jetzt Digitalisieren wir zum Beispiel die Fotos, die wir für das Projekt sammeln und ordnen sie nach Straßen und Hausnummern. Falls jetzt mal jemand ein Foto von einem alten Haus sucht, haben wir vielleicht das passende, denn unser Archiv wird immer größer", berichtet Klaus van Holt (70), der seine Freizeit gerne im Archiv verbringt.

Die Idee zu Holthausen auf der Spur entstand während des Projekts "Viele Seiten", das die Geschichte Holthausens in einem Buch festhalten sollte. "Als wir damals durch den Stadtteil liefen, fiel uns auf, dass viele Orte, die Zentrum der Erinnerungen sind, heute nicht mehr existieren. Wir wollen auch Zugezogenen oder Besuchern die Möglichkeit bieten, in die Geschichte Holthausens einzutauchen. So sind wir auf die Idee gekommen, Schilder aufzustellen", erzählt Mommertz, die selbst keine Holthausenerin ist und viele kulturelle Projekte in der Stadt betreut. Aus den Teilnehmern des "Viele Seiten"-Projekts bildete sich die heutige "Holthausen auf der Spur"-Redaktion, wie sich die Gruppe selbst betitelt. Zu Beginn stand in den Sternen, wie gut die Umsetzung funktionieren würde. Immer wieder müssen Privatpersonen gefunden werden, die ein Schild an ihrem Haus anbringen lassen wollen. Einen Platz an einem öffentlichen Gebäude zu beantragen, sei aus zeittechnischen Gründen zu aufwendig.

Für die Tafel des Elektrizitätswerks wurde der Zaun der Firma Stoffels Am Trippelsberg 161 ausgewählt. Spaziergänger, Anwohner und Besucher können dort nun unweit des ehemaligen Geländes des Elektrizitätswerks ein Stück Geschichte erfahren. Die braune Schrift auf hellgrünem Grund erzählt vom Bau durch die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE), von Wohnungen für Arbeiterfamilien auf dem Werksgelände und von einer verheerenden Kesselexplosion 1920, die das Leben einiger Arbeiter kostete und das Elektrizitätswerk für zwei Jahre außer Gefecht setzte.

(RP)