Düsseldorf: Initiative rettete in einem Jahr 334 Tonnen Lebensmittel

Initiative „Enjof the Food“ : Bereits 334 Tonnen Lebensmittel gerettet

Brokkoli, Weißkohl, Gurken, Süßkartoffeln, aber auch Tütensoßen, Reis und andere abgepackte Lebensmittel reihen sich auf dem langen Tisch dicht an dicht. Alle haben eins gemeinsam – es handelt sich um gerettete Lebensmittel.

Vom Einzelhandel aussortiert, sammelt die Initiative „Enjoy the food“ diese ein, bevor sie im Müll landen. An festen Verteilerstellen oder auf Straßenfesten werden die Lebensmittel gegen eine freiwillige Spende verteilt. So auch gestern beim Fest zum einjährigen Bestehen der Initiative.

„Wir haben im ersten Jahr bereits 334 Tonnen Lebensmittel in 14 Städten gerettet“, sagt Katharina Linke, Gründerin der Bewegung, nicht ohne Stolz. Bereits als Jugendliche war die heute 29-Jährige entsetzt über die Unmengen an Lebensmitteln, die weggeworfen werden, obwohl sie noch in Ordnung und essbar sind. Nach dem Start am 22. September 2018 hat das Netzwerk um Linke bereits 179 Helfer in 14 Städten. Dabei ist das Abholen von Lebensmitteln bei den verschiedenen Stellen eine der wichtigsten Aufgaben. „Jeder, der bei uns mitmachen möchte, kann sich nach seinen Möglichkeiten engagieren“, sagt Linke, die selbst noch studiert.

Aber auch die Verteilung der Waren und das Bekanntmachen der Ini­tiative sind wichtig. „Neben unseren festen Verteilstellen wie an der Uni oder den 13 Fair-Teil-Fahrrädern in Düsseldorf sind wir mit unseren Infoständen bei vielen Festen und Aktionen in der Stadt vertreten.“ Daher kam auch der Entschluss, den Geburtstag  zu feiern.

Bei dem Fest gab es aber auch ein Programm für Kinder: die Hüpfburg, das Kinderschminken, Stoffbeutel bemalen und Luftballonschießen kamen gut an, mitmachen kostete eine freiwillige Spende. Auch das üppige Buffet aus Backwaren, Süßigkeiten, Salaten und Getränken bestand aus geretteten Waren. Und auch hier konnten sich die Besucher gegen eine Spende nach Herzenslust bedienen – eigenes Geschirr wird gerne gesehen.

Jens Koch trotzte mit seinem Sohn dem Regen und war extra aus Leverkusen hergekommen. „Ich bin über eine Bekannte auf die Organisation aufmerksam geworden“, erklärte Koch, der drei bis vier Mal im Monat Lebensmittel rettet. „Wenn man mit eigenen Augen sieht, was da weggeworfen werden soll, ist man sofort davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, was hier getan wird.“ Bis Ende des Jahres ist „Enjoy the food“ noch bei rund zehn Veranstaltungen vertreten wie beispielsweise auf dem Benrather Weihnachtsmarkt.

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