Düsseldorf-Holthausen: Ein koreanischer Weihnachtsmarkt 

Koreanische Gemeinde Zukero : Ein koreanischer Weihnachtsmarkt

Zum ersten Mal veranstaltete die koreanische evangelische Zukero Gemeinde einen eigenen Weihnachtsmarkt. Koreanische Traditionen und westliche Weihnachtsbräuche verbanden sich hier zu einem erfrischend anderen Weihnachtserlebnis

„Last Christmas, I gave you my heart“ tönt es aus den Boxen des mit grünen Zweigen und Lichterketten geschmückten Pavillons. Menschen in dicken Jacken und mit Glühweinbechern in der Hand schlendern entspannt vorbei und sind in Gespräche vertieft. Eine Momentaufnahme, die man zur Weihnachtszeit so oder so ähnlich an vielen Ecken beobachten kann.

Doch dieser Weihnachtsmarkt vor und im Klarenbachhaus in Holthausen war etwas Besonderes. Darauf wurden die Besucher schon am Eingang aufmerksam gemacht. So konnte man an den dort aufgebauten Pavillons nicht Reibekuchen oder Bratwürstchen, sondern exotische Speisen wie Ho-Ddeok kaufen. „Das sind Hefepfannkuchen mit Füllung, ein typisch koreanisches Gericht“, erklärte In-Su Park und deutete auf kleine, weiße Teigscheiben, die in einer Pfanne vor ihm zubereitet wurden.

Der 17-Jährige gehört zur koreanischen evangelischen Zukero Gemeinde, die am Samstag zum ersten Mal ihren eigenen Weihnachtsmarkt veranstaltete. Der Name Zukero steht für den „Zusammenschluss der koreanischen evangelischen Gemeinden im Rheinland“.

Trotz des regnerischen Wetters kamen zur Premiere viele Besucher. Für die Veranstalter eine Erleichterung: „Wir hatten ein bisschen Sorge, wie das Ganze angenommen wird. Aber das war, wie man sieht, unbegründet“, sagte Hye-Jung Park, Vorstandsmitglied der Zukero Gemeinde, mit einem Lächeln. „Wir wollten der Nachbarschaft, die uns so freundlich aufgenommen hat, etwas zurückgeben.“ Seit 2014 ist das Klarenbachhaus die feste Heimat der Gemeinde. Knapp 130 Gläubige kommen jeden Sonntag aus allen Ecken von NRW nach Düsseldorf, um hier gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Auf dem Weihnachtsmarkt hatten die Mitglieder neben den Essensständen noch weitere Stationen aufgebaut, deren Einnahmen dem Familientreff Holthausen der Arbeiterwohlfahrt zugute kommt. Auch die Jüngsten engagierten sich bereits für die Spendenaktion und verkauften im Keller des Hauses ihre alten Spielsachen. „So etwas brauche ich einfach nicht mehr“, sagte die neunjährige Kyu Yeon und hielt dabei einen kleinen, rosafarbenen „Hello Kitty“-Koffer in die Luft. Ihr war der Spaß an der Aktion deutlich anzusehen. „Ich liebe es, mit Geld zu rechnen. Wir führen sogar eine Liste von den Sachen, die bereits verkauft sind“, fuhr sie fort und präsentierte stolz ihre Aufzeichnungen.

Weniger geschäftsorientiert, aber dafür umso künstlerischer ging es im Erdgeschoss des Klarenbachhauses zu. Hier konnten die Besucher koreanische Fächer, die extra für den Weihnachtsmarkt importiert wurden, mit Wasserfarben bemalen, was von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen begeistert angenommen wurde. „Das hat mir am meisten Spaß gemacht“, berichtete Kaja, die ihren gesamten Fächer bunt bepinselt hatte. Die Schülerin war gemeinsam mit ihrer ganzen Familie auf der Veranstaltung. „Wir hatten einfach Lust, mal eine ungewöhnliche Art von Weihnachtsmarkt zu besuchen“, erzählte Kajas Vater Klaus. „Es war toll, ein bisschen von einer anderen Kultur kennenzulernen.“