Düsseldorf-Holthausen: Anwohner wollen Grünfläche erhalten und Garagenhof verhindern

Düsseldorf-Holthausen : Anwohner wollen Grünfläche erhalten

In der Siedlung an der Boschstraße möchte ein Investor Garagen bauen. Die Anwohner sind dagegen und haben schon mehr als 100 Unterschriften gesammelt. Schließlich gebe es in Holthausen zu wenig Grünflächen.

An der Boschstraße zwischen den Hausnummern 99 und 101 führt ein kleiner Durchgang zu einer Grünfläche. Unscheinbar sieht sie aus. Doch die Anwohner wissen diesen kleinen idyllischen Flecken sehr zu schätzen. Am Rande des Rasens gibt es jede Menge Brombeersträucher, die fleißig geerntet werden.

Neben etlichen anderen Bäumen wächst dort auch ein Haselnussbaum. „In den Bäumen leben zwei Spechtfamilien, auch andere Vögel, Igel und Fledermäuse sind hier heimisch“, sagt Anwohnerin Christine Böhm. Angenehm ist außerdem, dass es in diesen warmen Tagen dort merklich kühler ist.

Doch wenn alles läuft wie geplant, wird zum Ende des Jahres die Grünfläche verschwinden und durch einen Garagenhof ersetzt. Allerdings ist die Siedlung an der Boschstraße ein ruhiges Pflaster. Not, einen Parkplatz zu finden, kennen die Anwohner nicht. „Höchstens am Wochenende, wenn viel Besuch kommt“, sagt Klaus van Holt. Wie viele andere möchte er es nicht hinnehmen, dass dort um die 30 Garagen entstehen sollen.

Das ist aber im Baurecht so vorgesehen. Bislang hatten sich die Anwohner immer erfolgreich gegen den Bau von Garagen gewehrt. 2009 und 2014 hätten viele Nachbarn Parkplätze von der Stadt gekauft, erklärt van Holt. Weil viele Anwohner nicht akzeptieren wollen, dass die Grünfläche versiegelt werden soll, hat sich eine kleine Gruppe von ihnen zusammengetan, um Unterschriften zu sammeln. Es sind schon mehr als 100. „Ich dachte zuerst, dass ich abgeschmettert werde, aber es gibt großen Zuspruch“, berichtet Marion Juraschek.

Auch Christine Böhm möchte nicht so einfach hinnehmen, dass das Grundstück aufgrund alter Planungen mit Garagen bebaut wird. „Das ist völlig gegen den Zeitgeist“, sagt sie. Nicht zuletzt verschlechtere sich durch den Blick auf den Garagenhof ihr Wohnumfeld.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte die Wohnungsbaugesellschaft Vivawest, dass sie das betreffende Grundstück an einen Investor verkauft habe, der an dem Standort Garagen bauen will. Die Anwohner seien im Vorfeld über die Verkaufspläne informiert worden.

Auch ein Vertreter des Investors, die Future Construct AG aus Süddeutschland, war bereits vor Ort, um ihre Pläne den Nachbarn zu erklären. Im Internet sondiert der Investor bereits den Bedarf. Man sei noch in der Entscheidungsphase, erklärte ein Sprecher des Unternehmens unserer Redaktion. Sollten genügend Interessenten vorhanden sein, würde ein Garagenplatz 85 Euro pro Monat kosten.

Bei der Bauvoranfrage in der Bezirksvertretung 9 hatte es geheißen, schützenswerte Bäume seien von dem Vorhaben nicht betroffen. Nachdem die Grünen Bezirksvertreter sich persönlich überzeugt hatten, dass dort beispielsweise ein Tulpenbaum, mehrere Weiden und Ahornbäume stehen, fragten sie im Gartenamt deswegen nach. Eine Befreiung von der Baumschutzsatzung könnte nicht in Aussicht gestellt werden, teilte das Gartenamt mit. Demnach dürften keine Bäume gefällt werden. Das reicht den Anwohnern nicht. Sie hoffen, dass die Pläne für die Garagen sich nicht verwirklichen.

Mehr von RP ONLINE