Düsseldorf: Die Weihnachtswichtel von Henkel

Holthausen: Die Weihnachtswichtel von Henkel

Seit elf Jahren erfüllen Mitarbeiter von Henkel an Weihnachten die Wünsche bedürftiger Kinder.

Die Fußbälle stellen die ehrenamtlichen Geschenke-Einpacker kurzzeitig vor eine Herausforderung. Wie packt man bloß etwas Rundes ein? Doch die Aufgabe ist am Ende dann doch schnell gemeistert. „Meistens machen wir große Bonbons daraus“, sagt Henkel-Mitarbeiterin Andrea Leckner. Sie hat vor elf Jahren den Anstoß dafür gegeben, dass man seitdem immer an einem Vormittag Anfang Dezember in einem Raum das Gefühl hat, es wäre eine Nebenzentrale des Weihnachtsmannes. Überall warten Geschenke in großen Kartons darauf, von fleißigen Helfern in Weihnachtspapier eingepackt zu werden: Lego, Playmobil, Puppen, Bücher, Pullover und Bettwäsche. Wünsche von 250 bedürftigen Kindern aus Düsseldorf, die Henkel-Mitarbeiter in diesem Jahr erfüllt haben.

Nach dem Einpacken gehen die Präsente dann wie bei den elf Malen zuvor auf die Reise: Sie werden zu mehreren Einrichtungen gebracht, in denen es bedürftige Kinder gibt. Denn keines von ihnen soll an Weihnachten ohne ein eigenes Paket bleiben. Das war auch die Motivation für Andrea Leckner, die Wunschbaumaktion bei Henkel vor elf Jahren ins Leben zu rufen. Auf die Idee kam sie, als sie in einem großen Düsseldorfer Kaufhaus einen Tannenbaum sah, der voll mit Wünschen von Kindern hing, die die Kunden dann erfüllen sollten. Für das damalige Weihnachtsfest ließ sich das natürlich nicht mehr so schnell umsetzen, doch die Mitarbeiterin der Buchhaltung war fest entschlossen, dass es zum nächsten Fest klappen muss – was dank ihres Engagements letztendlich auch funktionierte.

In der Spitze waren es mal 320 Karten, inzwischen hat man sich auf 250 eingependelt. „Das ist für uns noch leistbar“, erzählt Leckner. Denn hinter der Aktion steht einiges an Logistik. Bereits im Oktober tritt sie an die Institutionen heran, damit die Kinder einen Wunschzettel ausfüllen. Wenn alle zurückgekommen sind, pflegt Leckner sie in eine Excel-Tabelle ein. Zudem schaut sie im Internet nach, ob es alle Wünsche auch zu kaufen gibt. Das preisliche Limit pro Wunsch liegt eigentlich bei 20 Euro. Doch es passiere oft, dass die Schenkenden nicht genau auf den Euro schauten, sagt Leckner.

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Ende November werden dann die Bäume in den drei Casinos bestückt. Und dann dauert es keine zwei Stunden, bis alle Wunschzettel weg sind. „Es sind einzelne Mitarbeiter, die sich einen nehmen, oder dann auch ganze Abteilungen, die gleich 15 Wünsche erfüllen“, erzählt Andrea Leckner. Aussuchen dürfen sich die Schenkenden nur, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen beschenken wollen und das Alter. Am Anfang haben sie überlegt, ob man nicht die von Kinderhand beschriebenen und teilweise bemalten Wunschzettel zum Pflücken in den Baum hängen soll. Aber dann haben sie sich dagegen entschieden; denn schließlich soll jeder Wunsch gerne erfüllt werden. Eine Woche haben die Mitarbeiter dann Zeit, das gekaufte Geschenk abzugeben. „Wir kontrollieren dann, ob es in Ordnung und auch das Gewünschte ist“, erläutert Leckner. Aber bislang sei es nur zweimal am Anfang vorgekommen, dass man ein Geschenk nicht habe gebrauchen können.

 Deshalb nun müssen fleißige Helfer vor dem Ausliefern alle Präsente verpacken. Henriette Overmann hilft dabei zum ersten Mal mit. Sie engagiert sich aber auch in anderen Henkel-Projekten. Zwei Stunden lang packt sie mit Nina Wolter und Silvana Pölitz Geschenke ein, dann kommt die Ablösung. „Es gibt viele Kinder, die noch nie etwas zu Weihnachten bekommen haben“, sagt Andrea Leckner. Und es gebe doch nichts Schöneres, als dass man einen Wunsch auch erfüllt bekomme.

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