Holthausen : Der erste Holthausener Weihnachtsmarkt

Die Artistenfamilie von Santano Traber hat den Markt in diesem Jahr auf dem Kamper Acker zum ersten Mal veranstaltete. Erst vor drei Wochen lagen alle Genehmigungen vor.

Mehrere kleine Buden reihen sich am Kamper Acker aneinander und bilden zusammen eine geschlossene Runde. Das warmweiße Licht an den Dachgiebeln der Buden taucht die Verkaufstheken in schönes Licht, das sich in Richtung Platzmitte immer weiter verflüchtigt. Hinter dem Giebel einer Bude ragt ein geschmückter Weihnachtsbaum hervor. Auf einer Hälfte des Platzes stehen Tische mit Sitzbänken. Alle Plätze sind besetzt. Aus den Bechern auf den Tischen steigt Dampf auf. Ein Saxophonspieler geht über den Platz und übertönt mit der Melodie von „We wish you a merry Christmas“ die Gespräche, die mit ein paar Metern Abstand zu unverständlichem Gemurmel verschwimmen. Die andere Hälfte des Platzes ist weitestgehend leer. Hier und da stehen ein paar Menschen und essen einen Crepe oder schauen sich die großen Holzgiraffen an, die an einer anderen Bude verkauft werden.

Mitten auf dem Platz stehen auch Ilona Knut und Ulla Kuphal. Beide wohnen in Holthausen und haben sich zufällig auf dem Weihnachtsmarkt getroffen. Dass man hier Bekannte trifft, nett plaudern und einen Glühwein trinken kann, schätzen sie am Holthausener Pendant zu den großen Weihnachtsmärkten in der Altstadt. Es ist nicht so überlaufen und das schafft eine gemütliche Atmosphäre.

Gedränge gibt es hier nicht. Der Platz bietet Raum für wesentlich mehr Besucher. Leer ist der Platz trotzdem nicht. Ein kleines Karussell schaukelt Kinder sacht durch die Luft. Bunte, langsam blinkende Lichter verleihen dem Platz eine festliche Note. Um das Karussell stehen Eltern, viele mit Kinderwagen oder Babys auf dem Arm. Während das Karussell seine Runden dreht, verkauft ein zehnjähriger Junge Chips für die nächste Fahrt. Gerade so kommt sein Oberkörper hinter der Kasse zum Vorschein. Abgesehen von seiner Körpergröße meistert er das Karussellgeschäft wie ein Großer. Chips verkaufen und passendes Rückgeld geben, die Chips vor dem Start der nächsten Fahrt einsammeln, das Karussell starten und aufpassen, dass kein Kind herunterfällt. Hilfe braucht er dabei nicht, denn sein Vater hat ihm das Geschäft in die Wiege gelegt, sagt er.

Vater Santano Traber ist Teil der berühmten Artistenfamilie, die für ihre Stunts auf dem Hochseil bekannt wurde. Als junger Mann ist auch Santano als Artist auf dem Hochseil aufgetreten. Irgendwann ist das ihm und seiner Familie zu gefährlich geworden. Mittlerweile veranstaltet er mit seinem Familienunternehmen Weihnachtsmärkte. Über die Möglichkeit, auch in Holthausen einen Weihnachtsmarkt veranstalten zu können, freut er sich besonders: „Wir haben und hatten hier in Holthausen einen unserer Haupttrainingsplätze und deshalb liegt mir der Stadtteil auch besonders am Herzen.“ Dass der Weihnachtsmarkt auf dem Kamper Acker gerade dieses Jahr zum ersten Mal wieder stattfindet, hat sich zufällig ergeben. Allerdings wurden erst drei Wochen vor Marktbeginn alle nötigen Genehmigungen erteilt. Das war für einige potenzielle Budenbetreiber, wie etwa die benachbarte Kirche, zu kurzfristig. Wenn der Umsatz stimmt, möchte Traber den Weihnachtsmarkt aber gerne auch im nächsten Jahr veranstalten und ausbauen.