Heinz-Leo Schuth: "Dann sage ich Tschüss und viel Erfolg"

Heinz-Leo Schuth : "Dann sage ich Tschüss und viel Erfolg"

Der Vorsitzende der Bezirksvertretung 9 spricht über Erfolge und Wünsche für den Stadtbezirk. Am Freitag leitet er seine letzte Sitzung. Der 70-jährige Kommunalpolitiker kandidiert nicht mehr.

Sie leiten als Bezirksvorsteher für den Bezirk 9 am Freitag Ihre letzte Sitzung.

Schuth Nein, meine letzte Sitzung nach 15 Jahren als Bezirksvorsteher und 30 Jahren als BV-Mitglied ist erst am 13. Juni.

Also bei der konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl?

Schuth Richtig. Ich werde die neuen Vertreter noch begrüßen und dann fragen, wer der Älteste unter den Anwesenden ist, der bis zur Wahl des neuen Bezirksvorstehers die Sitzung leitet.

Und dann?

Schuth Dann sage ich Tschüss, viel Erfolg und Auf Wiedersehn.

Viel Erfolg für wen?

Schuth Für die neuen Bezirksvertreter, für meinen Nachfolger, für die Verwaltung und vor allem für die Bürger im Bezirk 9.

Also von Urdenbach bis Wersten mit mehr als 90 000 Einwohner. Sie selbst sind Werstener.

Schuth Durch und durch. Ich bin in Wersten geboren und aufgewachsen.

Was hat Sie in den vergangenen 30 Jahren am meisten bewegt und was verändert?

Schuth In Wersten der Umbau der Kölner Landstraße.

Was ein Kompromiss war.

Schuth Mit dem ich schwer leben kann.

Sie haben sich besonders für die Deichsanierung eingesetzt.

Schuth Ich als Werstener bin unmittelbar vom Hochwasser betroffen. Und ich bin froh, dass die Deichsanierung des Brücker Bachs funktioniert.

Dafür haben Sie sich besonders eingesetzt.

Schuth Das lag mir am Herzen. Aber das Grundwasserproblem ist für uns immer noch nicht gelöst. Außerdem hoffe ich auf die Deichsanierung in Himmelgeist.

Worauf sind Sie besonders stolz.

Schuth Da gibt es vieles. Aber wenn ich ehrlich bin: die Verlegung des geplanten Fern-Busbahnhofes.

Der war im Südpark geplant?

Schuth Und der ist heute am Hauptbahnhof, wo er hingehört.

Dafür haben sie gekämpft.

Schuth Ich war anfangs Einzelkämpfer. Nach und nach habe ich die anderen Parteien überzeugt. Meine Partei, die CDU, allerdings erst zum Schluss. Aber jetzt bin ich zufrieden. Denn ein Fern-Busbahnhof gehört ins Zentrum.

Wenn Sie sich aus der aktiven Politik zurückziehen, hinterlassen Sie viele Baustellen.

Schuth Umbau Marktplatz, Reisholzer Hafen, Deichsanierung in Diepental und Himmelgeist. Vieles ist auf den Weg gebracht. Und dann ist da noch der Kamper Acker. Wo es sechs Runde Tische gab. Aber das Problem noch nicht weg ist.

Apropos Runder Tisch. Den gab es auch in Hassels Nord.

Schuth Hassels nördlicher Teil. Den haben wir ins Leben gerufen. Da haben wir einiges bewegt. Jetzt hat die Verwaltung die Federführung des Runden Tisches übernommen. Momentan ist es ruhig. Aber wir müssen dran bleiben, damit es noch besser wird.

Und Sie haben sich zuletzt sehr stark für die Aufstellung einer Behindertentoilette eingesetzt.

Schuth Die Bauarbeiten haben ja inzwischen begonnen.

Sind Sie denn zufrieden?

Schuth Der Standort ist nicht ideal. Es gab technische Probleme. Wir mussten in den sauren Apfel beißen und den jetzigen Standort akzeptieren. Aber das Wichtigste ist, dass es eine Behindertentoilette in Benrath-City geben wird.

Übermorgen ist Ihre letzte "richtige" Sitzung, wie Sie es sagen. Haben Sie 'was zum Abschluss geplant?

Schuth Ich gebe zusammen mit Wulf Gelshorn, meinen Stellvertreter, anschließend noch einen aus.

Was wünschen Sie sich noch, worauf Sie aber keinen Einfluss mehr haben werden?

Schuth Einen Drogeriemarkt für Wersten und eine Lösung für die Mergelgasse/Ecke Kölner Landstraße. Aber da habe ich mit der Amtsleiterin des Bauaufsichtsamts am Montag, 2. Juni, noch einen Termin. Da bin ich noch offiziell Bezirksvorsteher. Und außerdem Ordnung und Sauberkeit für den Stadtbezirk, zum Beispiel für die Kölner Landstraße.

Und was machen Sie als Rentner im Unruhestand? Denn dann sind Sie ja wirklich Rentner?

Schuth Erstmal meine Frau bei der Gartenarbeit unterstützen. Dann habe ich meinen Sport, und ich möchte den Rest der Familie in New York besuchen. Denn dort lebt meine Tochter mit ihrem Mann und meiner Enkeltochter.

Und was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Schuth Ein Bezirksvorsteher ist für alle da. Nicht nur für seine Partei. Wichtig ist es, dem Bürger zuzuhören. Ich wünsche meinem Nachfolger Geduld und viele Gespräche mit den Bürgern, der Verwaltung und den Kollegen.

RP-REDAKTEURIN BIRGIT WANNINGER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)
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