Holthausen: Autoknacker am Friedhof auf der Lauer

Holthausen : Autoknacker am Friedhof auf der Lauer

Auf dem Parkplatz brachen Räuber das Auto einer 59-Jährigen auf, die ihre Tasche hinterm Sitz verstaut hatte.

Der Schreck sitzt der 59-jährigen Urdenbacherin noch immer in den Gliedern: "Ich prüfe inzwischen dreimal nach, ob ich das Auto auch abgeschlossen habe." Denn Diebe raubten ihr am 29. März die Handtasche aus dem Fahrzeug, das sie auf dem Parkplatz am Friedhof Itterstraße abgestellt hatte. Im Nachhinein weiß sie, dass sie fahrlässig gehandelt hat, als sie die Tasche im Auto ließ, erzählte sie gestern im Gespräch mit der RP. Ihr Anliegen: andere Besucher davor warnen, etwas im Auto liegenzulassen. Denn der entstandene Schaden ist hoch: 1325 Euro haben die Räuber bereits von der Kreditkarte und dem Bankkonto abgehoben.

Für sie steht außer Frage, dass da Profis am Werk gewesen sind: "Die müssen uns beobachtet haben." Mit ihrem Mann und der Tochter war sie an dem Samstag vor zwei Wochen gegen 18 Uhr auf den Friedhof gefahren, um auf das Grab ihrer Eltern einen kleinen Buchsbaum zu pflanzen. Damit sie die Handtasche bei der Arbeit nicht behindert, deponierte sie diese im Fußraum hinter dem Sitz. "Ich dachte, die ist da sicher, weil wir ja verdunkelte Scheiben am Auto haben", berichtet die Urdenbacherin. Und genau deshalb vermutet sie, dass sie und ihre Begleiter beobachtet worden sind: "Es war genau diese eine hintere Seitenscheibe eingeschlagen."

Als sie um 18.30 Uhr zum Fahrzeug zurückkehrten, bemerkten die Opfer den Diebstahl und fuhren umgehend zur Polizeiwache nach Wersten, um Anzeige zu erstatten. Dann erst sperrten sie ihre Konten. Doch zu spät für die schnellen Räuber: Bereits um 18.30 Uhr wurde die erste Abhebung über 340 Euro am Automaten getätigt, kurz drauf 400 an einer anderen Bank gezogen. Und auch die Kreditkarte plünderten die Diebe – in Wuppertal. Ob die Urdenbacherin das Geld von der Bank zurückbekommt, steht noch nicht fest. "Die werfen mir vor, unvorsichtig gewesen zu sein", sagt die 59-Jährige. Unglücklicherweise hatte sie sich nämlich die PIN-Nummer im Adressbuch notiert, "allerdings verschlüsselt", doch das erwies sich für die Räuber nicht als große Hürde. So etwas werde ihr nie wieder passieren, appelliert sie nun auch an ihre Mitmenschen, vorsichtiger zu sein. Sie hätte sich gewünscht, dass an dem Friedhof ein Warnschild gestanden hätte, wie es an anderen Orten in Düsseldorf existiert. Auf diesen steht: "Räumen Sie ihr Auto aus, bevor es andere tun."

Bei der Polizei hält man den Parkplatz am Holthausener Friedhof nicht für besonders auffällig, was Autoaufbrüche angeht: "Wir hatten in den vergangenen sechs Monaten drei Fälle." Friedhofsgärtner Willi Stoffels, dem der große Blumenladen vor dem Friedhof gehört, weiß warum es "nur" noch drei sind: "Seit die Sträucher zur Straße hin entfernt wurden, sind die Einbrüche zurückgegangen." Er selbst hat sogar schon Autoknacker gefasst und der Polizei übergeben. Die habe aber nichts machen können, weil man den Verdächtigen die Tat nicht habe nachweisen können, sagt Stoffels. Er ist allerdings auch der Meinung, dass viele Opfer es selbst schuld seien, weil sie Taschen und andere Wertgegenstände im Auto liegenließen. Auch hat er schon öfter gesehen, dass Friedhofbesucher den Wagen nicht abschlössen, weil der Sender am Schlüssel nicht richtig funktioniere.

Willi Stoffels hat sein Geschäft mit mehreren Alarmanlagen gesichert und hat seither Ruhe. Denn während vorne an der Straße seit der Rodung weniger Autoaufbrüche zu verzeichnen sind, haben sich die Kriminellen den hinteren und schlecht einsehbaren Parkplatz an der Kapelle als neuen Arbeitsplatz ausgesucht.

(RP)
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