Anwohner der Boschstraße wehren sich gegen Garagenbau

Bürgerprotest in Düsseldorf : Unterschriften gegen Garagenbau in Holthausen

Auf einer Grünfläche soll Parkraum entstehen. Die Nachbarschaft hat sich an die Politik gewandt, ist mit den Antworten jedoch nicht zufrieden.

Die Anwohner der Boschstraße, einer ruhigen Siedlungsstraße im Norden von Holthausen, sind unzufrieden. Seit Januar kämpfen sie dagegen, dass die kleine Grünfläche zwischen den Hausnummern 99 und 101 zu Parkraum umgebaut werden soll. Als Zeichen ihres Protests übergaben Vertreter der Nachbarschaft in der Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung 9 über 300 gesammelte Unterschriften an Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf. Zuvor war den enttäuschten Anwohnern mitgeteilt worden, dass die für die Bürgersprechstunde der BV eingereichte Anfrage an die Stadtverwaltung nicht fristgerecht beantwortet werde konnte.

Eigentümer des fraglichen Grundstücks ist die Wohnungsgesellschaft Viva West, die, so die Anwohner, plane, auf der Grünfläche Garagen zu vermieten. „Uns ist damit nicht geholfen“, sagt Boschstraßen-Anwohnerin Sonja Rosenbusch. Denn, da sind sich die Betroffenen einig, für sie wird der zusätzliche Parkraum nicht benötigt.

Grundlage für den Umbau der Fläche ist der Bebauungsplan aus dem Jahr 1968, der den Ort tatsächlich als Parkraum vorsieht. „So wurde sie aber nie genutzt“, sagt Anwohner Klaus van Holt. Dieser müsse, so fordern die Anwohner der Boschstraße, aktualisiert werden. Ein zusätzlicher Parkplatz, zumal nicht von den Nachbarn gefordert, widerspreche dem erklärten städtischen Ziel, den Autoverkehr in Düsseldorf zu verringern, um so das Klima zu schonen. Die Grünfläche, so sagt van Holst, sei vor allem für die Kinder der Siedlung ein wichtiger Treffpunkt, und im Sommer würden auch die Erwachsenen gern von den dort wachsenden Brombeeren naschen. „Eine Umwidmung ist möglich“, erklärte Nils Dolle, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, den Anwohnern. Diese müsse jedoch vom Eigentümer, also der Viva West ausgehen, die statt dessen aktuell die Errichtung der neuen Garagen plant. Ein Bauantrag liege dafür jedoch noch nicht vor.

Die Anwohner schließen nun nicht aus, den Rechtsweg zu beschreiten, um die Versiegelung der Grünfläche zu verhindern.

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