Holthausen: 70 Bäume weichen für Logistiker

Holthausen: 70 Bäume weichen für Logistiker

Bezirksregierung hebt Ratsbeschluss gegen Ansiedlung von Log-Projekt Am Trippelsberg aus.

Vor wenigen Tagen hat die Bezirksregierung einen Beschluss des Düsseldorfer Stadtrates aufgehoben. Im September 2017 hatte sich das Gremium gegen die Erteilung eines Bauvorbescheides für ein neues Logistik-Projekt auf dem ehemaligen Grundstück der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz Am Trippelsberg (früher Kematen) ausgesprochen. Oberbürgermeister Tomas Geisel hatte den Beschluss der politischen Gremien - zuvor hatte schon die Bezirksvertretung 9 keine Freigabe erteilt - beanstandet und zur Überprüfung an die Bezirksregierung weitergeleitet. Grundlage der Entscheidung der Bezirksregierung: Laut der nordrhein-westfälischen Bauordnung (§71) besteht ein Rechtsanspruch auf einen Bauvorbescheid, sofern sich aus der Prüfung ergibt, dass diesem keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Laut Bezirksregierung füge sich das Projekt in seine Umgebung ein und auch die Erschließung sei gesichert.

Die Freigabe durch den Regierungspräsidenten hat der neue Eigentümer, die Langenfelder Firma Log-Projekt, zum Anlass genommen, mit Baumfällarbeiten zu beginnen. "Dabei werden wir artenschutzrechtlich begleitet", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Ronny Connerth-Dietsch auf Anfrage und teilte zudem mit, dass sein Unternehmen die entsprechende Fällgenehmigung der Stadt habe. Für den Stadtteil Heerdt kündigt Log-Projekt für dieses Jahr die "Vollvermietung einer 33.000 Quadratmeter großen Logistikhalle" an, die 2017 fertiggestellt wurde. Das Areal Am Trippelsberg hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits 2016 erworben.

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Rund 70 Bäume sollen in Holthausen weichen. Ein Umstand, den die Initiative Hafenalarm kritisiert. Sie verweist darauf, dass Fakten geschaffen würden, bevor die Rechtsmittelfrist gegen den Bescheid abgelaufen sei. Andrea Vogelsang von der Düsseldorfer Baumschutzgruppe geht in einer Pressemitteilung den Oberbürgermeister an: "Thomas Geisel schreckt ja vor gar nichts mehr zurück, wenn es um den kommerziellen Profit geht. Dabei sollte er als Oberbürgermeister einer der zehn Städte Deutschlands mit den höchsten Luftbelastungen langsam mal nicht nur ökonomische, sondern unbedingt auch ökologische Erfordernisse umsetzen. Baumfällungen - wie auch für das Ed-Sheeran-Konzert geplant - sind da das allerletzte, was hilft."

Auf dem rund 32.450 Quadratmeter großen Areal soll ein etwa 18.000 Quadratmeter großer Hallenkomplex entstehen. Die Hallen sollen als Umschlags-, Verarbeitungs-, Produktions- und/oder Kommissionierungshallen im 24-Stunden-Betrieb dienen. Eine Baugenehmigung gibt es aktuell noch nicht.

(hel)
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