Weihnachten in Düsseldorf Warum es im Süden weiterhin Open-Air-Gottesdienste gibt

Düsseldorf · Die Idee zum gemeinschaftlichen Gottesdienst unter freiem Himmel hatten die evangelische und die katholische Gemeinde im Süden im vergangenen Jahr wegen der Corona-Auflagen. Nun werden die Open-Air-Termine fortgeführt.

 Kay Faller (l.) und Hartmut Wölk sind Pfarrer der evangelische Kirchengemeinde Düsseldorf-Süd.  RP-Foto: BAUER

Kay Faller (l.) und Hartmut Wölk sind Pfarrer der evangelische Kirchengemeinde Düsseldorf-Süd. RP-Foto: BAUER

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Ein Weihnachtsgottesdienst ohne Kirche? Ja! Auch ohne Corona-Auflagen bieten die Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf Süd und die Katholische Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen 2022 ökumenische Open-Air-Gottesdienste für die Menschen in den Stadtteilen Wersten, Holthausen, Itter, Himmelgeist und Reisholz an. „Die Idee für den gemeinsamen Gottesdienst draußen kam uns zwar in Zeiten des Abstandhaltens, aber auch draußen verkünden wir die weihnachtliche Botschaft!“, fasst Kay Faller von der evangelischen Kirche in Wersten zusammen.

Zwei Dinge waren ihm und den Kollegen beim Werstener Pastoraltreffen klar: „Wenn wir etwas zusammen machen, muss es erstens gut werden und zweitens draußen stattfinden, damit der Platz für alle reicht.“ Das Motto ‚Unter offenem Himmel‘ ist gleich doppelt offen für alle.“ Damit kommen die Gemeinden Familien mit gemischten Konfessionen entgegen, die jedes Jahr wieder entscheiden müssen, welche Kirche sie an Heiligabend besuchen wollen. „Dabei singen wir traditionellerweise ja sogar dieselben Lieder. Wir mussten uns nur untereinander einigen, ob ‚Stille Nacht, Heilige Nacht‘, am Anfang oder am Ende des Gottesdienstes gesungen wird“, lacht Pfarrer Faller. Die Lesung der Weihnachtsgeschichte erfolgt dann aus dem Lukas-Evangelium, anteilsweise in beiden Übersetzungen.

Als Alternative finden am Heiligen Abend und den Weihnachtstagen außerdem Predigtgottesdienste in den Kirchen statt. „Die sind insbesondere für die Älteren, die einen Sitzplatz wünschen oder benötigten, gedacht. Familien mit kleinen Kindern begrüßen eher die Open-Air-Idee. Die freuen sich, dass sie nicht mehr so lange vorher da sein und mit den Kindern warten müssen. Solche Gottesdienste sind gleichermaßen konzentrierter und lockerer, einfach stressfreier.“

Ein Krippenspiel wird es in diesem Jahr bei keinem der beiden Formate geben. „Stattdessen haben wir am 22. Dezember mit der ersten bis vierten Klasse der Henry-Dunant-Grundschule ein selbst erdachtes, interreligiöses Krippenspiel eingeübt und im Schulgottesdienst aufgeführt. Da waren neben evangelischen und katholischen Kindern natürlich auch islamische und aus der Ukraine geflüchtete Kinder eingeschlossen“, so Faller. Bisher stießen die Geistlichen mit dem Open-Air-Format überwiegend auf positive Resonanz. Das „Hinaustreten“ aus der Kirche ist für sie auch die Möglichkeit, einen Impuls zu setzen. „Mit den Weihnachtsgottesdiensten – und den Adventsfeiern in den vergangenen Wochen – können wir auch die Menschen erreichen, die sonst nicht kommen würden. Die für viele so schwer zu überwindende Schwelle fällt damit weg.“

Die Open-Air-Gottesdienste werden auf dem Schulhof der Marienschule in Wersten (Eingang Wiesdorfer Straße) durch Christian Nell-Wunsch und Magdalena Overberg geleitet und auf dem Vorplatz von Schloss Mickeln in Himmelgeist durch Hartmut Wölk und Martin Kürble. Kay Faller selbst hält die Predigtgottesdienste in der Stephanuskirche. Um 23 Uhr findet die Christmette statt, gegen 24 Uhr das Turmblasen mit Feuer auf dem Kirchenvorplatz. Für 2023 sind viele weitere gemeinsame Aktionen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden geplant.

Info Die Open-Air-Gottesdienste finden am heutigen Samstag, 24. Dezember, um 15 und 16 Uhr am Schloss Mickeln und auf dem Schulhof der Marienschule in Wersten statt.

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