Närrische Frauen Himmelgeist schaffen Kostüme und Dekoration selbst

Himmelgeist: Närrische Frauen schaffen Kostüme und Dekoration selbst

Die Karnevalsgesellschaft Närrische Frauen Himmelgeist steckt mitten in den Vorbereitungen für die kommenden Sitzungen. Am Samstag geht es im Festzelt los.

In der Küche von Jeannette Worringen sieht es aus wie in einem Schneideratelier: Kostüme hängen am Fensterbrett, Orden liegen auf der Anrichte und bunte Stoffe sind auf dem Esstisch ausgebreitet. Worringen (50) ist Teil des Kreativteams der Himmelgeister Karnevalsgesellschaft. Seit fast 40 Jahren gibt es die Närrischen Frauen, seit 2012 auch als Verein.

15 aktive Karnevalistinnen arbeiten in verschiedenen Komitees an der Vorbereitung der Session. Worringen kümmert sich gemeinsam mit ihrer Schwester Yvonne Schlebusch (46) und ihren Freundinnen Anke Heinecke (49) und Ruth Walterscheidt seit einigen Jahren um die Kostüme für den Elferrat, die Orden und die Bühnendekoration im Veranstaltungszelt. Aus einem kreativen Beruf kommt keine von ihnen, was sie alle vereint, ist der Spaß am Verkleiden.

Manche Kostüme werden von den Frauen gekauft und nur etwas aufgehübscht, andere dafür komplett umgestaltet oder gleich selbst genäht. Wie die Kostüme in diesem Jahr aussehen, wollen sie noch nicht verraten. „Das Motto geht in Richtung Fantasy“, nur so viel gibt Yvonne Schlebusch preis. Auch die Orden basteln die vier in liebevoller Kleinarbeit selbst. Für die Kinder bestehen sie aus kleinen Tüten voller Süßigkeiten, für die Erwachsenen gibt es Schnaps.

Das Kreativteam denkt sich jedes Mal etwas Neues aus, originell soll es sein. Die Vorbereitungen beginnen bereits im März mit der Auswahl der Kostüme und des Mottos für die kommende Session. Dem Elferrat werden dann zwei Ideen zur Abstimmung vorgestellt: „Wir verstehen uns alle sehr gut und einigen uns schnell!“, erzählt Jeannette Worringen. „Wenn das Kleid der einen etwas zu kurz ist, wird eben noch etwas drangenäht.“ Die Kostüme sind jedes Mal von den Schuhen bis zur Perücke abgestimmt. „Das macht uns eben aus“, sagt Anke Heinecke. Neben dem Kreativteam kümmern sich weitere Komitees um die Technik, die Künstler für die Sitzungen und die eigenen Tanzgruppen.

Zusätzlich zu der Kindergarde – bestehend aus 46 Kindern zwischen vier und 14 Jahren – bietet der eigentlich rein weibliche Verein auch Männern die Möglichkeit, am Himmelgeister Karneval teilzunehmen: Im sogenannten Männerballett führen 20- bis 50-Jährige alles von Schwanensee bis Showtanz auf. Ansonsten dürfen Männer bei den Närrinnen nur eine passive Mitgliedschaft einnehmen. Auch um die Choreografien und das Training kümmern sich die Frauen selbst.

Für die aktuelle Session sind die Vorbereitungen fast abgeschlossen. Am kommenden Sonntag, 20. Januar, 15.11 Uhr, findet die Kindersitzung im Festzelt auf dem Schützenplatz in Itter statt. Am darauffolgenden Dienstag, 22. Januar, 15.49 Uhr, laden die Himmelgeister Närrinnen zur Damensitzung und am Samstag, den 26.Januar, 18.49 Uhr, steigt die große Sitzung mit anschließender Party. Auch das Düsseldorfer Prinzenpaar wird erwartet. „Die Spannung steigt langsam“, gibt Yvonne Schlebusch zu; die Freude sei aber größer als die Aufregung. Für sie gehört der Karneval genau wie für ihre Schwester seit Kindertagen dazu. „Ich bin froh, Teil eines Vereins zu sein. So lebt man den Karneval richtig.“ Auch Anke Heinecke ist überzeugte Närrin: „In Düsseldorf kommt man nicht am Karneval vorbei!“

Jeannette Worringen freut sich besonders auf die Kindersitzung am Sonntag: „Die Kleinen sind so toll verkleidet, die begeistern mich richtig.“ Schlebusch mag die Atmosphäre auf der Damensitzung: „Man kommt dem Publikum näher, die Aufmerksamkeit ist eine andere.“ „Am Samstag geht dann richtig die Post ab“, ergänzt Anke Heinecke, dann stehen Musik und Party im Vordergrund – etwa mit der Kölner Gruppe „Kuhl un de Gang“.

Wer spontan bei den Himmelgeister Närrinnen mitfeiern möchte, kann unter karten@naerrische-frauen.de Restkarten reservieren.

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