Sport : 500 Aktive beim Jüchtlauf dabei

Bei angenehmem Wetter lockte das Sportereignis auch viele Zuschauer an die Strecke in Himmelgeist.

Mit dem Slogan „Don‘t run, fly“ (lauf nicht, fliege) auf seinem T-Shirt steht ein junger Mann in der Menge. Ob dies nun Ironie oder Anfeuerung sein soll, spielt für die Aktiven des Jüchtlaufs am Sonntag in Himmelgeist keine Rolle. Spaß haben sie allemal, ganz gleich wie schnell ihre Füße tragen. „Rund 500 Aktive haben sich dieses Mal angemeldet, bei dieser Zahl liegen wir meistens“, sagt Ulrike Michalis vom Organisatoren-Team des Veranstalters, dem Verein Himmelgeist 1100. „Es gibt neue Hitzeschutzbestimmungen. Bei 25 Grad im Schatten muss abgesagt werden“, erklärt die Himmelgeisterin. Voriges Jahr sei das Thermometer knapp darunter geblieben, heute drohte die Absage nicht.

Im Pfarrgarten von St. Nikolaus und am Ziel, der Kreuzung Alt Himmelgeist /Nikolausstraße herrschte Volksfeststimmung. Um 11 Uhr begann der Lauf vom Kölner Weg aus in das idyllische Gebiet der Jücht: als erstes auf die 10-Kilometer-Strecke, als nächstes auf die 5,4 Kilometer-Distanz. Beim Bambini-Lauf hieß es einfach: vielleicht 600 Meter, ansonsten soweit die Füße tragen. Mit einer drei mal 1,4-Kilometer-Staffel endete der kilometerreiche Tag. „Bei den Jugendlichen und den Bambinis gibt es keine Sieger und Verlierer, jeder erhält eine Medaille“, erklärt Ulrike Michaelis. Außerdem seien diese Altersgruppen für einen guten Zweck unterwegs. „Ihre Startgelder erhält die Arche in Wersten, sie setzt sich für Kinder und Jugendliche ein“, erklärt die Mit-Organisatorin. Diesen Betrag verdoppelte der Veranstalter noch einmal. Der symbolische Scheck werde zum Ende der Veranstaltung vom Nachwuchs selbst ausgefüllt. Andreas Feller hat die 5,4 Kilometer bewältigt und schwingt sich sportlich auf sein Fahrrad. „Ich mache hier gerne mit. Die Landschaft ist reizvoll, ich treffe alte Kommilitonen, es ist familiär“, meint der Werstener. Ein Urlaubsfoto von seinem 40sten Geburtstag habe ihn vor neun Jahren zum Sport angespornt. „Jetzt gehört mir eine Stunde am Tag. Ich bin immer allein unterwegs, nur mit der Natur und meinen Gedanken“, erzählt der 49-Jährige begeistert von seiner Passion. „Ein paar Schuhe und schöne Landschaft“, nennt Dirk Bachmann die minimalistischen Zutaten für seine Lauffreunde, und die genießt er seit rund 15 Jahren. Für Einheimische ist das nicht verwunderlich. Hier gilt die Devise von klein auf. „Meine Enkeltochter Johanna läuft mit drei Jahren zum ersten Mal mit“, erzählt Ulrike Michaelis. Fast jedes Himmelgeister Kind ist dabei.

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