1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Himmelgeist

Führung zu essbaren Pflanzen in Himmelgeister Rheinbogen

Serie Stadtteil-Führungen : Naschereien am Wegesrand

Regina Thebud-Lassak nimmt Menschen mit in Düsseldorfs Natur. Neben biologischem Fachwissen über die Pflanzenwelt gibt es unterwegs einige Rezepte.

Regina Thebud-Lassak interessiert sich für alles, was links und rechts neben den Düsseldorfer Feld- und Waldwegen wächst. Die Biologin organisiert im Auftrag von Gartenamt und Haus Bürgel Führungen zu den schönsten Blumen, den interessantesten Pilzen und den leckersten Wildfrüchten der Stadt. Mit Mund-Nase-Schutz ging es auch jetzt wieder in den Himmelgeister Rheinbogen, trotz Corona und des langsam endenden Sommers stehen in den kommenden Monaten weitere Termine an. Dabei kartografiert sie auch ihre Funde und leitet sie an wissenschaftliche Institutionen weiter, um so das Wissen über die heimische Natur zu fördern.

Bei der Führung zu heimischen Wildfrüchten stand vor allem der Nutzwert der Pflanzen im Vordergrund. Denn, so erklärt Thebud-Lassak der kleinen Gruppe von Naturfreunden, außerhalb von Naturschutzgebieten dürfen Pflanzen vom Weg aus und für den eigenen Bedarf geerntet werden. Zum Abschluss des Rundgangs gibt es von der Biologin eine Liste, welche Pflanzen essbar sind, und wie sie zubereitet werden können – inklusive Rezepten für Marmeladen und Fruchtliköre. Normalerweise reicht Thebud-Lassak dazu Probierhäppchen, wegen Corona bietet sie nun stattdessen kleine Portionen aus ihrer eigenen Heimproduktion an. Tatsächlich gibt es einiges Essbares zu entdecken, wenn man mit offenen Augen durch Düsseldorfs Grünanlagen spaziert. Hier ein paar Beispiele für Wildbeeren, aus denen man Leckeres selbst herstellen kann – und über die auf der Führung viel Lehrreiches zu erfahren war.

Brombeere Sie ist der Klassiker der essbaren Wildpflanzen; kann direkt vom Strauch genascht oder zu Marmelade und Likör verarbeitet werden. Tipp der Fachfrau, der für alle Wildfrüchte gilt: Nur über Kniehöhe ernten, alles andere kann mit Tierurin verunreinigt sein, der im schlimmsten Fall gefährliche Parasiten enthält.

Kratzbeere Die Pflanze erinnert an eine etwas kümmerliche Brombeere und ist mit dieser nah verwandt. Sie ist ebenfalls essbar, schmeckt jedoch herber und kratzt im Hals – daher der Name.

Regina Thebud-Lassak mit einer Frucht des Weißdorn-Strauches. Daraus lassen sich Marmelade oder Likör herstellen. Foto: RP/Dominik Schneider

Holunder Der Holunder kommt in drei Arten in Düsseldorf vor, nur der schwarze ist genießbar – allerdings nicht roh. Regina Thebud-Lassak warnt außerdem: Alle grünen Teile der Pflanze, auch die unreifen Beeren, sind giftig.

Weißdorn Momentan sind die Äste der Weißdorn-Sträucher schwer von roten Früchten. Diese bestehen fast nur aus Stein – wer Marmelade oder Likör machen will, braucht Geduld beim Fruchtfleisch-Pulen.

Hopfen In der Bierherstellung findet der Hopfen Verwendung, ein paar Pflanzen wachsen auch in Himmelgeist. Geerntet wird er übrigens in den frühen Morgenstunden. Dann ist im Stoffwechselzyklus der Pflanzen der Gehalt von Bitterstoffen am höchsten, was die Qualität verbessert.

Nicht jede nutzbare Pflanze fällt sofort auf. Thebud-Lassak lenkte die Blicke ihrer Teilnehmer immer wieder zum Wegesrand. Foto: RP/Dominik Schneider

Kornelkirsche Die Kornelkirsche bezeichnet Thebud-Lassak als ihre „Lieblingsfrucht“. Die roten Beeren schmecken säuerlich und können roh gegessen oder verarbeitet werden. Sie wachsen jedoch versteckt zwischen den Blättern.

Libanonzedern Nicht nutzbar, aber beeindruckend sind die beiden Libanonzedern am Schlossmeierhof. Die Naturdenkmäler standen früher auf einer Viehweide, sie sind mehr als 300 Jahre alt.