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Düsseldorf: Onlinepetition für Deichverlegung

Sanierung des Deichs im Himmelgeister Rheinbogen : Onlinepetition für Deichverlegung

Am Freitag ist die Online-Petition „Rettet unser Naherholungsgebiet Himmelgeister Rheinbogen“ gestartet worden, mit der die Stadt aufgefordert wird, „die aktuellen Planungen zur Sanierung des Himmelgeister Deichs umgehend zu stoppen und die Rückverlegung des Deichs in Angriff zu nehmen, um das Naherholungsgebiet Himmelgeister Rheinbogen dauerhaft vor Bebauung zu schützen.“

Von den benötigten 3600 Stimmen sind Stand gestern Nachmittag 268 erreicht worden. Der Organisationszusammenschluss „Deichkonferenz“, der die Petition gestartet hat, stört sich vor allem an dem Satz im Planfeststellungsbeschluss, dass eine Rückverlegung im Himmelgeister Rheinbogen eine mögliche städtebauliche Entwicklungsfläche verbrauchen“. Wenn der Deich auf der vorhandenen Trasse erneuert werde, könnten hinter dem Deich neue hochwassergeschützte Baugebiete entwickelt werden. Darauf spekuliere der Grundeigentümer, heißt es in der Petition. Nur eine Rückverlegung des Himmelgeister Deichs kann eine Bebauung des Himmelgeister Rheinbogens dauerhaft verhindern

Die Düsseldorfer Grünen und ihr Oberbürgermeisterkandidat Stefan Engstfeld unterstützen die vom „Aktionsbündnis Deichkonferenz“ gestartete Online-Petition zur Rückverlegung des Himmelgeister Deiches.

„Ich bin schockiert, dass die Bezirksregierung Düsseldorf eine Rückverlegung des Deiches in Himmelgeist ablehnt und es damit begründet, potenzielles Bauland zu sichern“, kritisiert Stefan Engstfeld in einer Pressemitteilung: „Der aktuelle Plan ignoriert auch die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das ist ein Armutszeugnis für die Bezirksregierung und die Europa-Stadt Düsseldorf. In Zusammenarbeit mit unserem Grünen Europa-Abgeordneten Sven Giegold prüfen wir zurzeit eine Beschwerde bei der EU-Kommission." Die Düsseldorfer Grünen setzen sich nach eigenen Angaben seit Jahren für eine Rückverlegung des Deiches ein. Dies würde dem Rhein mehr Retentionsraum bieten und so den Hochwasserschutz verbessern. Der alte Deich bliebe fast vollständig stehen. Zwischen beiden Deichen könnten sich so neue Auenbereiche und Naturräume ausbreiten. So möchten die Grünen auch die schützenswerten Pflanzen- und Bienenbestände retten, die bei einer Sanierung des Deiches auf heutiger Trasse nicht überleben könnten, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.Die Unterschriftensammlung läuft noch zwei Monate. Mehrere Verbände und Initiativen aus Düsseldorf, darunter die Naturschutzorganisatoren Nabu und BUND hatten sich am 11. September 2019 zum Aktionsbündnis „Deichkonferenz Düsseldorf“ zusammengeschlossen.