Düsseldorf-Himmelgeist: Start einer neuen Grundschule

Düsseldorf-Himmelgeist : Start einer neuen Grundschule

67 i-Dötzchen gehen ab Donnerstag in die Gemeinschaftsgrundschule Am Steinkaul. Schulleiter ist der 38-jährige Benjamin Watty.

Jahrelang lief die Grundschule Am Steinkaul als Dependance der katholischen St.-Apollinaris-Schule an der Itterstraße, auch wenn die Zweigstelle mit jeweils drei Eingangsklassen ihren Hauptstandort inzwischen überholt hatte. In diesem Jahr starten nun die ersten 67 Kinder in die eigenständige Gemeinschaftsgrundschule Am Steinkaul. Eine gute Nachricht für alle Eltern: Kein Kind musste abgelehnt werden und selbst für ein paar Nachzügler gibt es noch Plätze. Dass die neue Schule nicht katholisch sein wird, ist Ergebnis einer Elternbefragung aus dem Jahr 2017.

Am Donnerstagmorgen, 29. August, um 10.15 Uhr ist die Begrüßung der i-Dötzchen auf dem Schulhof. Der kommissarische Schulleiter Benjamin Watty hofft deshalb auf gutes Wetter; denn die Schule hat derzeit weder eine Aula noch eine Turnhalle.

Die Sporthalle wird es erst mit dem bald beginnenden zweiten Schulausbau geben, mit der die Schule auch ein weiteres Schulgebäude bekommt. Die Arbeiten starten im September. Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2021 vorgesehen. Die im Januar bezogenen Container, in denen die ersten und zweiten Klassen unterrichtet werden, sollen im zweiten Quartal 2021 abgebaut werden.

Bereits 2013 war die Schule erweitert worden, weil Himmelgeist und Itter Zuzugsgebiet für viele Familien war. In dieser Zeit wurde der Ableger dreizügig, das Haupthaus in Holthausen blieb zweizügig. Eltern bemängelten, dass in Himmelgeist weder Schulleitung noch Hausmeister ständig greifbar waren. Das hat sich nun durch die Schultrennung in einem Punkt wesentlich verändert. Watty, der zuvor als Konrektor die Apollinaris-Schule kommissarisch leitete, ist künftig für die GGS Am Steinkaul zuständig, in seine Fußstapfen an der Itterstraße tritt Manuel Damm, der zuletzt Konrektor an der Grundschule Südallee war.

Oben vom Flachdach des ersten Anbaus aus, blickt man auf das abgezäunte Baufeld. Der Zugang zur Schule soll nach Fertigstellung dann auch über die Straße Am Steinebrück laufen, die derzeit bereits als Baustraße hergerichtet wird. Der Haupteingang wird sich in Richtung der Siedlung Am Scheitenweg befinden. Die dortigen Eltern hatten sich eine fußläufige gute Anbindung der Schule gewünscht. Für die Kinder, die von ihren Eltern morgens mit dem Auto zur Schule gebracht werden oder für den Bus, der die Kinder zum Sport- und Schwimmunterricht sowie zum Eislaufen fahren soll, wird eine kleine Hol- und Bringspur eingerichtet.

Seit zwei Jahren ist Benjamin Watty Konrektor der Apollinaris-Schule. Weil die Schulleiterin krankheitsbedingt ausfiel, wurde er ins kalte Wasser geworfen. Er war Schulleiter und sein Stellvertreter in Personalunion und das bei gleich zwei Standorten, die es zu managen gab. „Das erste Jahr war echt hart“, sagt der 38-Jährige. Wer öfter mit ihm zu tun hat, beschreibt ihn gerne als unaufgeregt, eine gute Eigenschaft, um sich im stressigen Schulalltag, in dem alle an einem ziehen, nicht aufzureiben. Doch wer denkt, er könnte es in seinem neuen Job mit gerade drei Schulklassen gemächlicher angehen lassen, der irrt. Die nächsten Jahre fungiert er gleich als Baufachmann. Bereits im Umbauprozess seien das Kollegium und er sowie die Eltern in die Planungen einbezogen worden.

Das neue Schulkollegium der Gemeinschaftsgrundschule startet Watty mit drei seiner Kolleginnen, die die drei ersten Klassen als Klassenlehrerinnen übernehmen. Bis der letzte Apollinaris-Jahrgang zum Sommer 2023 das Schulgebäude verlassen hat, soll sich für die Kinder aber nicht viel ändern. Sie behalten ihre gewohnten Bezugspersonen. Watty ist es wichtig, zu betonen, dass die Kinder gar nicht groß merken sollen, wer in die alte und wer in die neue Schule geht. Die einzige große Änderung: Künftig wird es für die neuen Kinder auch das Schulfach evangelische Religion geben. Das Einzige, was es wohl nicht geben wird, ist ein eigener Hausmeister. Der muss sich um drei Schulen (Grund- und Hauptschule Itterstraße sowie Grundschule Am Steinkaul) an zwei Standorten kümmern und hat seinen Hauptsitz in Holthausen. Watty: „Ich weiß nicht, wie er das alles schafft, da müsste eigentlich nachgebessert werden.“

Benjamin Watty, der mit seiner Frau inzwischen in Itter lebt und mit dem Rad zur Arbeit fahren kann, ist ein echtes Kind aus dem Düsseldorfer Süden. Er besuchte die St.-Cäcilia-Grundschule an der Erich-Müller-Straße, die sein Vater, Hans-Jürgen Watty, viele Jahre leitete. Ob da schon der Wunsch entstand, in die beruflichen Fußstapfen zu treten, kann der 38-Jährige nicht sagen. Aber schnell sei ihm klar gewessen, dass er Grundschullehrer werden wollte. An die Erich-Müller-Straße kehrte er 2010 nach dem Referendariat, das er an der Grundschule Einsiedelstraße absolvierte, als Lehrer zurück. Weil er seine erste eigene Klasse bis zum Schulabgang begleiten wollte, lehnte er das erste Angebot auf eine Konrektorenstelle ab. 2017 nahm er sie an und wechselte an die Itterstraße. Seine neue Aufgabe mache ihm Spaß, sagt er. Schon in den vergangenen zwei Jahren habe er Ideen entwickeln können, manche hätten gut geklappt, andere nicht. Er freut sich auf die inhaltliche Arbeit mit der neu aufzustellenden Schulkonferenz. „Es ist toll. Niemand kann sagen, das machen wir so oder so, weil das immer schon so gemacht wurde. Wir fangen alle zusammen bei Null an.“

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