Himmelgeister Rheinbogen BUND sorgt sich um Bienen am Deich

Himmelgeist · Die Naturschützer wehren sich gegen die Abrisspläne für den Deich in Himmelgeist und haben OB Geisel geschrieben.

 Norwich Rüße (Landtagsmitglied der Grünen), Ratsfrau Iris Bellstedt und Michael Süßer vom BUND (v.l.) bei einer Begehung des Deiches

Norwich Rüße (Landtagsmitglied der Grünen), Ratsfrau Iris Bellstedt und Michael Süßer vom BUND (v.l.) bei einer Begehung des Deiches

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)/Bauer, Hans-Jürgen (hjba)

In der Diskussion um die Sanierung des Deichs im Himmelgeister Rheinbogen geht es weiter: Die Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND hat sich jetzt mit einem Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel gewendet: Darin fordert der BUND statt eines Abrisses eine Rückverlegung des Deiches – sonst würde ein einzigartiger Lebensraum für Wildbienen zerstört, argumentieren die Naturschützer.

„Im und am Deich leben 80 Wildbienenarten, von denen zwölf als gefährdet gelten“, sagt Michael Süßer vom BUND. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das er in Auftrag gegeben hat. Weil die Bienen sich das ganze Jahr am Deich aufhielten, sei es im Grunde unmöglich, den Deich abzureißen, ohne dass diese weiter gefährdet würden.

Doch genau das hat die Stadt vor, aktuell läuft ein Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung dafür. Hintergrund: Der Deich im Himmelgeister Rheinbogen ist viel zu niedrig. Um den Hochwasserschutz an dieser Stelle weiter zu gewährleisten, muss ein neuer her. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt die Deichsanierung Stadt, Politik und Umweltschützer. Denn die ökologischste Variante wäre eigentlich eine Rückverlegung des Deiches. Bedeutet: Der alte würde bestehen bleiben, ein neuer weiter landeinwärts gebaut. Zwischen den Deichen könnte dann eine Auenlandschaft entstehen, die Wildbienen würden nicht gestört. Doch diese Lösung ist teuer: Die Stadt müsste dafür Land von einem Privatbesitzer kaufen, der dafür einen hohen Preis aufgerufen hat. Verhandlungen scheiterten, ein Rechtsstreit könnte lange dauern und kostenintensiv sein, teilte der zuständige Stadtentwässerungsbetrieb zuletzt im Umweltausschuss mit. Es bleibt bislang also bei der Planung.

Der BUND hofft nun auf die Hilfe von Geisel: „Wenn Sie jetzt die vermeintlich einfache Lösung der Sanierung auf der bestehenden Trasse wählen, verhindern Sie auf Jahrzehnte hinaus einen vorbeugenden und damit zukunftsorientierten Hochwasserschutz im Himmelgeister Rheinbogen“, heißt es im Brief.

Das Gutachten zu den Bienen sei dem Ingenieurbüro, das den Deich bauen soll, zur Auswertung zugegangen, heißt es von der Stadt auf Anfrage. Zudem seien weitere gezielte Maßnahmen, wie die Aufwertung von Flächen für die Bienen im nahen Umfeld der Deichtrasse vorstellbar, sagt Kämmerin Dorothée Schneider, „damit eine Sanierung des sanierungsbedürftigen Deichabschnitts im Himmelgeister Rheinbogen und der Erhalt der Wildbienen einhergehen können“.

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