Himmelgeist: Blumenpracht zum Selberpflücken

Himmelgeist: Blumenpracht zum Selberpflücken

Auf dem großen Feld von Familie Lampenscherf in Himmelgeist blühen jetzt die Tulpen für den Frühjahrsstrauß.

Weltberühmt und besungen sind sie, die Tulpen aus Amsterdam, doch niemand muss so weit fahren, um ihre farbenfrohe Pracht zu erleben. In Himmelgeist an der Ickerswarder Straße - kurz bevor sie in die Münchner Straße mündet - strecken die sprichwörtlichen Frühlingsboten ihre Kelche gen Himmel. Eine echte Einladung! Wer möchte, kann sich einen Strauß in satten Farben selbst pflücken. Am Rande des Blumenfeldes sind Preistafel und Geld-Kassette platziert. "Wir vertrauen unseren Kunden und sind bisher nicht enttäuscht worden", sagt Susanne Lampenscherf. Seit 2014 bestellt Familie Lampenscherf das rund 4000 Quadratmeter große Gelände mit jahreszeitlichen Blumen.

"Früher hatten wir eine typische Landwirtschaft mit Ackerbau, Kühen, Schweinen und Hühnern", sagt Gregor Lampenscherf, der den Hof an der Nikolausstraße in der vierten Generation bewirtschaftet. Dass Sohn Ulrich Landwirtschaft studieren und in ihre Fußstapfen treten wird, darüber sind die Eltern froh, auch wenn sie wissen, dass dieses Metier nicht einfach ist.

Im Jahr 2009 sattelte die Familie aus wirtschaftlichen Gründen um. Seitdem sind im Stall und auf den Wiesen Pferde in Pension. Außerdem dienen die Wiesen zur Heuernte - für den Eigenbedarf und zum Verkauf. Auf dem Feld in der Ickerswarder Straße gab es eine Weile Erdbeeren. Doch seit 2014 lockt es mit farbenfrohen Blumen: Tulpen, Sonnenblumen, Gladiolen, Dahlien und Chrysanthemen. "Die Idee mit dem Blumenfeld hatte mein Bruder, der macht das im Bergischen Land schon seit über 20 Jahren", sagt Susanne Lampenscherf. Wie viele Tulpenzwiebeln jedes Jahr in die Erde kommen, das sei ein betriebliches Geheimnis, sagt sie schmunzelnd. Damit Blumenfreunde von Mai bis Oktober einen Strauß "ernten" können, werden die Zwiebeln, Knollen oder Saat jeweils zeitversetzt und in verschiedenen Abschnitten gepflanzt. Dann ist immer die komplette Familie samt Sohn Ulrich und Tochter Laura auf den Beinen. "Für das Pflanzen gibt es zwar maschinelle Unterstützung, trotzdem ist viel Handarbeit erforderlich", erklärt Susanne Lampenscherf. So wie beim unerlässlichen Unkraut jäten und anderen Pflegemaßnahmen.

Das launische Wetter mache manchmal zu schaffen. "In den Jahren 2016 und 2017 war es bis Juni viel zu nass, aber dann kam eine lange Trockenphase und wir mussten viel bewässern", erinnert sie sich. Trotz der Konkurrenz, die nicht fern ist, kommen Kunden aus Mettmann, Neuss und Langenfeld. "Wir haben viel positive Resonanz und ich habe schon nette Gespräche geführt", sagt die Himmelgeisterin.

Dass bei ihr immer ein freundlicher Blumenstrauß zu Hause auf dem Tisch steht, dafür sorge schon Tochter Laura, erzählt sie lachend. Ihr persönlicher Favorit sei die Sonnenblume. Ganz ohne Blüten geht es nicht - im Winter hilft wohl das Sonnenblumen-Motiv über die Runden. Die Sommerbotin schlechthin hängt als schöner Blickfang in der Küche von Familie Lampenscherf.

(bgw)