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Himmelgeist: 5000 Mal Fanpost für die Kastanie

Himmelgeist : 5000 Mal Fanpost für die Kastanie

Von Ilka Kultscher

Zum gestrigen Welttag des Baumes zeigte sich die Himmelgeister Kastanie von ihrer schönsten Seite. Mit weißen Kerzen geschmückt reckte sie die frisch begrünten Zweige ihrer Krone majestätisch in den blauen Himmel. Unter ihr hatten sich zur Feier dieses Tages eine Gruppe von Baumfreunden versammelt.

Auch Ekrem Dönder ist bei dem Treffen im Himmelgeister Rheinbogen dabei. Der Postzusteller kommt ohnehin nahezu täglich dort vorbei, um dem Baum Zuschriften aus aller Welt in den Briefkasten zu werfen. Dafür fährt er jedes Mal einen Umweg von insgesamt 3,5 Kilometern. Zu Ostern fuhr er nun zum 5000. Mal die Extratour in das Landschaftsschutzgebiet, um einen Brief einzuwerfen.

Der pensionierte Lehrer Herbert Oprei aus Aachen zählt - seit er von der Existenz der Kastanie erfuhr - zu den treuesten Fans des Baumes. "Der Kampf von Andreas Vogt und seinen Baumfreunden um den Erhalt der Kastanie halte ich für absolut unterstützenswert", erklärt er sein Engagement. Seitdem die Kastanie als einziger Baum Deutschlands vor sieben Jahren einen eigenen Briefkasten bekam (die offizielle Anschrift lautet: Himmelgeister Kastanie, Kölner Weg, 40589 Düsseldorf), habe er bestimmt schon 15 Briefe an diese Adresse geschickt.

Die Schriftstücke sind immer liebevoll bemalt und mit bunten Bildern beklebt. Und auch in seinem Brief zu Ostern hat Oprei dem Baum ein Gedicht gewidmet. Andreas Vogt, Baumgeist Sabine Vogt und den Jüchtgrafen Ingo Dziobaka ermuntert er darin zum Weitermachen in ihren Bemühungen um die alte Kastanie. Und da die Deutsche Post das Briefeverschicken für unterstützenswert hält, belohnte das Unternehmen den eifrigen Schreiber, der nun auch das Glück hatte, das Jubiläums-Anschreiben an die Kastanie zu senden, mit einem Fahrrad und einem Trikot. Die Geschenke übergaben Post-Sprecherin Britta Töllner, Andreas Vogt, Ekrem Dönder und der Jüchtgraf gemeinsam an den Aachener. "Das ausgerechnet ich den 5000. Brief geschrieben habe und diesen klasse Preis erhalte, ehrt mich sehr", freut sich Oprei. Unter der großen Fangemeinde der Kastanie befinden sich eine Menge Prominente. Einer der ersten, der vor sieben Jahren an den Himmelgeister Baum schrieb, war Jürgen von der Lippe. Auch Helene Fischer hat sich gemeldet. Und selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte eine Karte. Aus aller Welt kommen Briefe für die Kastanie. In ihrem Kasten landete schon Post aus Japan, Südafrika oder Schottland.

Jedes einzelne Schriftstück wird von Andreas Vogt in seiner Funktion als Baumgeistsekretär beantwortet. "Es schreiben viele Kinder. Aber die meiste Post kommt von Senioren", berichtet er "Einige von ihnen kennen den Baum noch aus ihrer Kindheit", weiß der Himmelgeister.

Aus den vielen Briefwechseln seien schon zahlreiche Freundschaften entstanden, sagt Andreas Vogt und freut sich über den positiven Nebeneffekt dieser Aktion.

(ilb)