Düsseldorf: Hilfe für Kinder in Kampala

Düsseldorf : Hilfe für Kinder in Kampala

Die Gesundheits-Krankenpflegerin Monika Wagner aus dem Dominikus-Krankenhaus leistet ein halbes Jahr Entwicklungshilfe in Uganda. Ihr Fazit nach der Hälfte der Zeit fällt positiv aus.

Meerbusch/HEERDT Wie schnell ein Europäer, der medizinische Vorkenntnisse hat, in Afrika für einen Arzt gehalten wird, erfährt derzeit Monika Wagner aus Strümp. Sie leistet aktuell für sechs Monate als Gesundheits-Krankenpflegerin ehrenamtlich Entwicklungshilfe in Uganda.

Aus ihrem ersten Bericht aus Kampala ist herauszuhören, dass ihr die Arbeit in der Mukisa Foundation, einem Frühförderungszentrum für Familien mit behinderten Kindern, Freude macht. Nachdem die Hälfte des Aufenthalts vorbei ist, sagt sie: "Es hat sich viel getan, und mir geht es immer noch sehr gut." Die 27-Jährige lernt ständig neue Wörter in der Landessprache dazu. "Die meisten Menschen in Uganda sind überrascht, wenn ein Mzungu (Weißer) die Bantusprache spricht." Die Sprachkenntnisse kann Monika Wagner auch einsetzen, wenn sie gebeten wird, den medizinischen Bereich in Mukisa zu verbessern: "Ich habe vorgeschlagen, Malariatests zu kaufen, einen Arzt kommen zu lassen, der die Kinder körperlich untersucht, und ich würde auch gerne HIV-Bluttests einsetzen", sagt Wagner, die in ihrer Heimat im Dominikus-Krankenhaus Heerdt in der Gefäßchirurgie tätig ist.

Kinder beim Lernen unterstützen

Der Hauptanteil ihrer Arbeit aber besteht aus der Förderung der Kinder. Sie nimmt sich Zeit für "Computer Lessons", bei denen Programme mit Zahlen, Buchstaben, Farben oder Formen angeklickt werden müssen, und zeigt auch witzige Kinder-Musik-Videos: "Das gefällt den Schülern." Es gibt außerdem Gruppentherapien oder Handarbeiten: "Damit die Kinder später vielleicht Crafts (Kunsthandwerk) selber herstellen können, um etwas Geld zu verdienen." Einen ähnlichen Zweck der "Hilfe zur Selbsthilfe" erfüllen die Gartenarbeiten, zum Beispiel das Anpflanzen von Bohnen.

Monika Wagner verabreicht auch Medikamente oder wechselt Verbände. Mit dem Blutabnehmen hat es nicht so gut geklappt. "Das ist bei Kindern doch ein wenig anders", findet sie. Um auf diese Arbeit in der "Mukisa Foundation" vorbereitet zu sein, hat sie im Krankenhaus vor Ort ein Praktikum gemacht: "Ich habe dort vieles an therapeutischen und kulturellen Dingen gelernt, aber leider auch erlebt, was schlimm es ist, wenn ein kleines Kind stirbt."

Trotz dieses intensiven Einsatzes bleibt Zeit zum Rafting auf dem Nil an den Bujagali Wasserfällen. Dort war sie vor ein paar Wochen und hat Schrammen, blaue Flecken und Sonnenbrand abbekommen: "Aber es war wunderbar, die tolle Landschaft zu sehen." Und sie ist auch im Nil geschwommen. Deshalb will Monika Wagner nach der Rückkehr an den Rhein auf jeden Fall testen lassen, ob sie ohne Bilharziose, eine Wurmkrankheit, davon gekommen ist.

(RP)
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